Musikwirtschaft 03.11.2015Autor_in: Verena Blättermann

Wir stellen vor: Die Mentorinnen des 1. VUT-Mentoring-Programms

Wir stellen hier nach und nach die Mentorinnen vor, die bei der ersten Runde des VUT-Mentoring-Programms für Frauen in der Musikwirtschaft dabei sind. Das VUT-Mentoring-Programm für Frauen in der Musikwirtschaft wird in Kooperation mit der Berlin Music Commission durchgeführt.

Anne Haffmans, Label-Manager, Mute und Domino Deutschland und Österreich

 

Foto: Katja Ruhe

Anne Haffmans blickt auf über 20 Jahre Erfahrung im Musikbusiness zurück. Ihr Handwerk lernte sie bei Intercord in Stuttgart, bei EMI in Köln und Virgin/Labels/Mute in Berlin. Vor allem in der Vermarktung von internationalen Künstlern und deren Repertoire in Deutschland für die renommierten britischen Labels Mute, Virgin und EMI hat Anne Haffmans sich umfangreiches Know-How erarbeitet. Anne Haffmans verfügt über ein weit gefächtertes Netzwerk an Kontakten aus den verschiedenen Bereichen der Branche: Plattenfirmen, Medien, Tourveranstaltern, Verlage, Medienunternehmen, Künstlermanagements und Künstler wie z.B. Depeche Mode, Nick Cave, Goldfrapp, Moby, Richard Hawley, Arctic Monkeys, Franz Ferdinand, Julia Holter, The Kills und viele andere. Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist sind ihre Lieblingseigenschaften. 

3 Fragen an Anne:

I. Ich bin Mentorin im ersten VUT-Mentoring-Programm für Frauen in der Musikwirtschaft, weil ...

Ich Frauen ermutigen und fördern möchte, die in der Musikbranche beruflich Fuß fassen wollen.


II. Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:

Seid aufgeschlossen und bildet euch eine eigene Meinung.

III. Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in/im…

Die größte Herausforderung der Branche besteht darin, aus dem Musikkonsum der Musikliebhaber ein funktionierendes Geschäftsmodell zu unterhalten und die größte Chance besteht darin, dass wir mit Musik arbeiten, dem meiner Meinung nach attraktivsten nachwachsenden Rohstoff den es gibt.

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Katja Hermes, Director, German Office, Sound Diplomacy

 

Foto: Joachim Zimmermann

Katja Hermes ist die Geschäftsführerin des deutschen Büros von Sound Diplomacy. Sie hat das Büro mit ihren Partnern aus London Shain Shapiro und Jordi Puy aus Barcelona im Oktober 2013 gegründet. In dieser Rolle hat sie zahlreiche Delegationsreisen konzipiert und organisiert, die Deutschlandpräsentation bei SXSW betreut, verschiedene Studien geschrieben und zahlreiche Workshops und Vorlesungen in ganz Europa zum Thema Musik und Musikförderung gegeben. Sie hat in verschiedenen Bereichen der Musikwirtschaft gearbeitet darunter beim Mutek Festival in Montreal, Ableton und der Initiative Musik, wo sie als Projektmanagerin im Bereich Export tätig war. Katja Hermes ist Diplomgeographin und hat sich schon während ihren Studiums mit der Auswirkung von Kultur und Kreativwirtschaft auf den urbanen Raum beschäftigt. 

Als Geschäftsführerin von der Sound Diplomacy Deutschland war sie an der Entwicklung von verschiedenen Förderprojekten beteiligt und hat u.a. das Adam Mickiewicz Institute Poland und die Nordischen Botschaften in Berlin beraten. Sie ist seit diesem Jahr Kuratoriumsmitglied der BMC und hat zusammen mit Music Norway den Musikworkspace Dugnad in Berlin Kreuzberg gegründet. 

3 Fragen an Katja:

I. Ich bin Mentorin im ersten VUT-Mentoring-Programm für Frauen in der Musikwirtschaft, weil ...

Ich es wichtig finde, junge Frauen in der Musikwirtschaft zu unterstützen, da sie nach wie vor von Männern dominiert wird. Außerdem gebe ich gerne mein Wissen weiter und denke, dass auch ich viel durch das Programm dazulernen kann. 

II. Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:

Die Grenze zwischen Arbeit und Privatem ist oft verschwindet gering in dieser Branche, trotzdem oder gerade deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig, sich ein Netzwerk und Freunde außerhalb der Musikbranche zu suchen und/oder aufrechtzuerhalten .Dies gibt einem Rückhalt in dieser doch manchmal oberflächlichen Branche. Davon sollte man sich nicht einschüchtern lassen, denn es gibt auch eine große Anzahl an unheimlich interessanten, inspirierenden Menschen und Charakteren, mit denen es großen Spaß macht zu arbeiten.

III.  Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in/im…

Ich denke es ist wichtig, dass der Nachwuchs den seit Jahren anhaltenden Wandel vor allem als Chance begreift. Denn vor allem die Generation der "Digital Natives" hat die Chance, diesen Wandel maßgeblich mitzugestalten. 

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Petra Husemann-Renner, Geschäftsführerin, Motor Entertainment GmbH

 

Foto: www.motormusic.de 

* 1984 – 1987 Studium der Philosophie und Germanistik – abgebrochen, diverse journalistische freie Mitarbeit (Hamburger Videozine Für Eine Handvoll DM/ werster Kabelsender in BerlinAntenne Berlin / Stadtzeitung tango). Dann Studienpause und Berufseinsstieg bei TELDEC (Telefunken Decca) als Public Relationsmanager zuständig für Künstlerbiografien, Fotos, Firmenpublikationen und Pressekontakte u.a. für Falco, OfraHaza u.v.m

* 1989 Wechsel zu Polydor in die dort neu gegründete Abteilung Progressive Music als PR Manager für die Bereiche Presse & TV (u.a. The Jeremy Days, Element of Crime, aber auch diverse Technokünstler)

* 1992 1. Kind Viktoria – ohne Pause weitergearbeitet

* Im Januar 1994 Promotionleiter bei der frisch gegründeten Motor GmbH, die aus Polydor Progressive Music hervorgegangen war.

* 1995 Abteilungsleiter der neugegründeten Motor Abteilung Progressive Music zuständig für Rock u.a. Phillip Boa, Element Of Crime u.v.m.

* 1999 Geschäftsführerin Motor Music als Label der Universal Music GmbH

* 2002 2. Kind Elisabeth, Umzug mit Universal nach Berlin, keine Babypause. Integration des selbstständigen Urban Labels in das Motor Label. Mit Künstlern wie Adel Tawil & Annette Humpe von Ich+Ich.

* 2004 Umstrukturierung bei Universal in einen internationalen UIM und einen Nationalen Bereich UDD. Motor Music wird von der Universal nicht mehr gebraucht und von Tim Renner aufgekauft.

* 2004 Gründung der Motor Entertainment GmbH & Co KG zusammen mit Tim Renner

* 2004- bis heute Geschäftsführer der Motor Entertainment GmbH mit durchschnittlich 5-11 Angestellten und den Geschäftsbereichen: Management, Musikverlag, Label, Rent A Recordcompany und Mediendienstleistung. Zu den direkt betreuten Management Künstlern gehören / gehörten die Popband Klee, die Rockband Selig, Max Raabe, & Palast Orchester, Polarkreis18 / Felix Räuber u.v.m

3 Fragen an Petra:

I. Ich bin Mentorin im ersten VUT-Mentoring-Programm für Frauen in der Musikwirtschaft, weil…

Es richtig ist, dass Frauen in dieser Branche benachteiligt werden und ich zumindest meinen Mini-Beitrag dazugeben möchte, das zu ändern.

II. Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:

Seid mutig und glaubt an Eure Sache, in dieser Branche sind immer diejenigen am erfolgreichsten, die ihren Job aus Leidenschaft machen und dabei ein gewisses Durchhaltevermögen an den Tag legen.

III. Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in/im…

Der Tatsache, dass die Majors sich die neuen Technologien (insbesondere Streaming) so schnell einverleiben und zu nutze machen (eigene Playlisten, die von größeren Redaktionsteams zusammengestellt werden), dass es für den Mittelstand hier kaum möglich sein wird zu konkurrieren. Der Mittelstand muss sich Nischen suchen. 

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Maren Kumpe, Inhaberin, Music Matters

  

Foto: Colosseo

Vor 25 Jahren bin ich in die Musikindustrie „gerutscht“ – zunächst als Grafikerin für die Berliner Firma Modern Music, die Rock, Heavy Metal, Punk und Industrial Platten herausbrachte. Bis 2001 war dies mein Haupterwerb: die Gestaltung von Plattencovern und den dazugehörigen Infosheets und Anzeigen. Mit der Übernahme von Modern Music durch den britischen Konzern Sanctuary Group bin ich dann zur Produktmanagerin geworden und habe außerdem mit der Pressearbeit begonnen. Ich habe bis 2006 hauptsächlich britische und amerikanische Künstler wie Morrissey, Simple Minds, Robert Plant, Dolores O’Riordan und viele andere betreut. Ende 2006 wurde die Sanctuary Group durch Universal übernommen und alle Büros geschlossen. Anfang 2007 habe ich mich als Musikpromoterin selbständig gemacht und die Firma Music Matters gegründet. Seitdem arbeite ich sowohl für etablierte Künstler wie auch für Newcomer aus dem In- und Ausland.

3 Fragen an Maren:

I. Ich bin Mentorin im ersten VUT-Mentoring-Programm für Frauen in der Musikwirtschaft, weil ...

Ich gerne Newcomer unterstütze und weil eine intensive Beratung für den Weg in diese Berufswelt wichtig ist. Von Frau zu Frau ist das möglicherweise angenehmer.

II. Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:

Ihr braucht einen langen Atem und solltet einen Plan für mindestens zwei Jahre aufstellen, der realistisch in der Umsetzung ist.

III. Die größte Herausforderung für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in..

Den schwindenden Verkaufszahlen und im Kampf um Präsenz in den Medien. Die Chancen sehe ich andererseits in den breiteren Möglichkeiten, alles selbst in die Hand zu nehmen und sich selbst zu organisieren. Es gibt viele Beispiele von Künstlern, die sich mit großem persönlichen Einsatz durchzusetzen wissen und von ihrer Musik auch leben können.

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Désirée J. Vach, Inhaberin, Snowhite Records

Foto: Anke Peters

Ursprünglich aus dem Rheinland kommend, gründete Désirée J. Vach 2009 Snowhite. Zuvor arbeitete Vach für das Independent-Label Kitty-Yo, das die Veröffentlichung von Tonträgern jedoch 2006 einstellte, woraufhin Vach Kitty-Yo verließ und die Leitung des Independent-Label Weekender Records Germany übernahm. Anfang 2009 beendete Vach ihre Tätigkeit bei Weekender Records Germany und gründete Snowhite.

Désirée J. Vach ist des Weiteren Dozentin bei dem Projekt „DigiMediaL_musik“, einem Weiterbildungsangebot für Musiker_innen am Berlin Career College der Universität der Künste Berlin, und ebenfalls tätig als Consulterin für den amerikanischen Digitalvertrieb INgrooves.

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Bettina Wohlgefahrt, Sales Director, Believe Hamburg

Foto: Torsten Mewes

Seit November 2015 arbeitet Bettina Wohlgefahrt als Sales Director GSA für den Vertriebsdienstleister Believe. Von 2012 bis 2015 war sie für die Firmengruppe GrooveAttack/Roughtrade/GoodToGo ta?tig. Dort verantwortete sie vertriebsseitig als Director Digital Sales & Label Relations die digitalen Erfolge von Labels wie Chimperator (Cro, Teesy, Weekend), Selfmade Records (Genetikk, Kollegah & Farid Bang), Grönland Records (Boy, Philipp Poisel, Philipp Dittberner), Monkeytown Records (Modeselektor, Moderat), um hier nur einige Beispiele von vielen zu nennen. Als selbständige Unternehmerin arbeitete sie von 2004 bis 2012 hauptsa?chlich für Zebralution. Mit großem Engagement und persönlichem Interesse baute sie damals gemeinsam mit dem Geschäftsführer Kurt Thielen den digitalen Musikvertrieb auf. Als Head of Marketing und Labelmanager zeigte sie sich fu?r die digitale Vermarktung der Vertriebslabels verantwortlich. Dazu gehörten Labels wie Naidoo Records, Fettes Brot Schallplatten, Domino Records, Get Physical (damals noch mit Booka Shade), Suol (u.a. mit Fritz Kalkbrenner) u.v.m. Mit ihrer Agentur Outbüro entwickelt sie darüber hinaus individuelle Marketingkonzepte hauptsächlich für digitale Musikveröffentlichungen.

Nach Ihrer Schul- und Berufsausbildung, folgte Bettina Wohlgefahrt ihrer Leidenschaft in das Musikbusiness. Als DJ und Clubpromoter betreute sie in den 90ern einen kleinen Club in ihrer Heimatstadt Essen. Dort engagierte sie damals noch verhältnismäßig unbekannte Bands wie Green Day und The Offspring. Parallel dazu arbeitete sie als Trendscout fu?r ein Lifestylemagazin. Mit diesen Tätigkeiten machte sie sich einen Namen.

Neben vielen Konzerten und Events, etablierte sie damals die Musikmesse "Out". 1998 veranstaltete sie eines der ersten Konzerte von Xavier Naidoo im Ruhrgebiet. Mit der Vision, das Ruhrgebiet auf der Ebene der Popkultur aufzuwerten, kündigte sie Ende 1998 ihre Stellung, machte sich selbständig und gründete ihr Unternehmen "Outbüro". 1999 beschäftigte sie sich bereits intensiv mit dem Thema Musik im Internet und lud zum Kongress "out04" ein, der damals einzigartig und visionär war.

3 Fragen an Bettina:

I. Ich bin Mentorin im ersten VUT-Mentoring-Programm für Frauen in der Musikwirtschaft, weil ...

Weil ich meine Erfahrung gern weitergebe und mich sehr über den Austausch mit dem bereichernden Nachwuchs aus der Musikbranche freue.

II. Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:

Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere Dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.

III.  Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in/im…

Sehe ich in der Individualität der Vermarktung von Musikveröffentlichungen. 

Diese Individualita?t fordert die Musikwirtschaft heraus, aus ihren starren Strukturen herauszutreten und Platz zu schaffen fu?r Kreativität!

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Weitere Mentorinnen folgen bald...

Tags: Fortbildung,Musikbranche,Wirtschaft,Music Industry Women

Kategorie: Musikwirtschaft

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