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Indie Days04.09.2019

Session: Neue Verantwortlichkeit im Netz?

Veränderungen im Urheberrecht


Do., 19. September 2019, 12.30 - 13.30 Uhr, Angie's Nightclub

Am 26. März 2019 stimmte das Europäische Parlament mit 348 zu 274 Stimmen der EU-Richtlinie zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt zu. Nach Monaten der erhitzten Debatten, geführt allen voran in sozialen Medien, steht nun die Umsetzung auf nationaler Ebene im Mittelpunkt der Diskussion. Welche Schwerpunkte setzen die Parteien im Prozess? Welche Probleme theoretischer wie praktischer Art gilt es zu berücksichtigen und zu lösen? Welche Spielräume bestehen für die nationale Implementierung? Der Fokus liegt vor allem auf der Haftungsneuregelung, die Diensteanbieter für das Teilen von Online-Inhalten betrifft (Artikel 17 der Richtlinie).

Panelist_innen: 

Dr. Thomas Ewert (Urheberrechtsreferat, Generaldirektion Connect, Europäische Kommission, GER)

 

Thomas Ewert ist seit Herbst 2015 Referent im Urheberrechtsreferat der Europäischen Kommission (Generaldirektion Connect). Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die im Frühjahr 2019 angenommene "Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt" und die Begleitung der derzeit laufenden Umsetzung in den EU-Mitgliedstaaten. Er vertritt außerdem die EU in Urheberrechtssachen bei der Weltorganisation für Geistiges Eigentum. Thomas Ewert war zuvor Referent im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sowie Rechtsanwalt in einer Wirtschaftskanzlei in Berlin.

Ansgar Heveling (MdB, CDU, GER)


Foto: Stella von Saldern

Er ist Mitglied im Rechtsausschuss und dort Berichterstatter für das Urheberrecht. Außerdem ist er Mitglied im Wahlprüfungsausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss und im Ausschuss für Kultur und Medien. Seit Januar 2018 ist Ansgar Heveling Justiziar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von 2015 bis 2017 war er Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, von 2014 bis 2017 außerdem Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Kultur und Medien. Im Deutschen Bundestag vertritt er als direkt gewählter Abgeordneter seinen Heimatwahlkreis Krefeld/Neuss.

Matthias Hornschuh (Komponist, GER)


Foto: Sebastian Linder

Matthias Hornschuh lebt und arbeitet als Komponist für Film, TV und Radio in Köln. Er komponiert für Medien- und Theaterproduktionen, hat Radiosender und Freizeitparks mit Musik ausgestattet, schreibt und produziert viel zu selten Songs und hat sich als Autor, Regisseur und freier Produzent mit Akustischer Kunst, Fußballbewegungsforschung und Kulturvermittlung befasst. Filme und Hörspiele mit Hornschuh-Musik sind weltweit zu hören und haben rund 100 Auszeichnungen erhalten. Der studierte Musiker (Geige und Gitarre) und Musikwissenschaftler (Musikpsychologie) unterrichtet an verschiedenen Hochschulen und lotet in der Lehre sowie in seinen Essays und Artikeln Grenzbereiche zwischen Wissenschaft und Praxis aus.

2004-2017 war er Mitbegründer und Programmdirektor der SoundTrack_Cologne, des führenden europäischen Forums für Ton & Musik in Film & Medien. Er ist Vorsitzender des Berufsverbands mediamusic e.V., im Präsidium des Landesmusikrat NRW, Vorstand im Kulturrat NRW, im Fachausschuss Urheberrecht des Dt. Kulturrats, Stv. Mitglied der Landesmedienkommission NRW, Mitglied im CREATIV-Board, Vorstand der Initiative Urheberrecht und seit Mai 2018 Mitglied des Aufsichtsrats der GEMA in der Komponistenkurie.



Hansjörg Schmidt (Fachsprecher für Netzpolitik, SPD Bürgerschaftsfraktion Hamburg, GER)

Seit der Bürgerschaftswahl im Februar 2011 ist Hansjörg Schmidt Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und vertritt dort als direkt gewählter Abgeordneter den Wahlkreis I – Hamburg-Mitte. Als Fachsprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion für den Bereich Medien und Netzpolitik setzt er sich für den Medienstandort Hamburg und für eine moderne Medien- und Netzpolitik ein. Zugleich war er in dieser Legislaturperiode Vorsitzender des Ausschuss für Wirtschaft, Innovation und Medien. Mit der Bürgerschaftswahl im Februar 2015 gelang ihm erneut als direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis I der Einzug in die Hamburgische Bürgerschaft. Für seine Fraktion ist er seitdem der Fachsprecher für Wirtschaftspolitik. Zudem ist er Mitglied im NDR-Rundfunkrat.

Im wirklichen Leben ist er Mitgründer und Marketingleiter des Softwareherstellers Wice aus Hamburg.


Dr. Till Steffen (Justizsenator Hamburg, GER)


Foto: JB/ Stefan Malzkorn

Justizsenator Dr. Till Steffen setzt sich leidenschaftlich für das Recht ein. Nach dem Jurastudium wurde er 2004 Rechtsanwalt, seit 2008 ist er spezialisiert auf Verwaltungsrecht. Parallel hat er immer auch die demokratische Auseinandersetzung gesucht: U. a. während des Studiums als Stadtverordneter in Wiesbaden, später als Mitglied der Bezirksversammlung in Eimsbüttel und als Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft. 2008 bis 2010 war seine erste Amtszeit als Justizsenator. In dieser Zeit hat er eine bundesweite Debatte zum Urheberrecht angestoßen und sich mit der Frage nach dem richtigen Ausgleich zwischen dem Schutz von Werken und dem Informationszugang für die Wissensgesellschaft befasst. Jetzt, in seiner zweiten Amtszeit seit 2015 sind der Rechtsstaat und das Urheberrecht erneut auf der Agenda, diesmal auf europäischer Ebene und mit der Frage, wie die neue Richtlinie der EU in nationales Recht umzusetzen ist.

Moderation:

Mark Chung (Geschäftsführer Freibank Musikverlag, VUT-Vorstandsvorsitzender, GER)

 

Seit 2005 geschäftsführender Gesellschafter Freibank Musikverlags- und vermarktungs GmbH / 1997–2005 Senior Vice President SINE bei Sony Music Entertainment International / Verantwortlich für die Zusammenarbeit mit europäischen Independent Labels und die weltweite Vermarktung ihres Repertoires / 1995–1996 geschäftsführender Gesellschafter Play It Again Sam Deutschland / 1986–1996 geschäftsführender Gesellschafter Freibank Musikverlage / Gründung und Geschäftsführung des Verlages, Arbeit an Verbesserung der Wahrnehmung von Urheberrechten / Gründung von ECC (European Copyright Collection), einem Netzwerk unabhängiger europäischer Verlage / Gründungsmitglied von GUMM, eines losen Zusammenschlusses von Managern deutscher Acts wie Ärzte, Tote Hosen, BA, etc. zu Beginn der 90er / 1981 – 1994 Musiker und Manager Einstürzende Neubauten / 1979 – 1982 Rip Off Vertrieb

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