VERBAND UNABHÄNGIGER MUSIKUNTERNEHMEN E.V.
ACT UNITED - STAY INDEPENDENT
Politik14.05.2019 Autor_in: Sandra Wirth

Wir wählen Europa!

Am 26. Mai findet die Wahl zum Europäischen Parlament in Deutschland statt. Insgesamt können von allen europäischen Parteien 751 Mandate errungen werden, auf Deutschland entfallen 96 Sitze.

Was einst als Expertengremium für Gurkenkrümmungen belächelt wurde, hat sich längst zur zentralen Politikarena gemausert. Dabei ist die Europäische Union nicht nur weltweit einzigartig, sie hat sich auch in weiten Teilen als Erfolgsprojekt für Frieden, Freiheit und Wohlstand erwiesen. Von Kinnarodden in Norwegen bis Gavdos in Griechenland, von Virmajärvi in Finnland bis Cabo da Roca in Portugal bestimmen die Institutionen der Europäischen Union über den Alltag von rund 500 Millionen Europäer_innen. Die Währungspolitik sowie die Wettbewerbsregeln fallen ebenso in ihren Aufgabenbereich wie Regelungen zum Verbraucherschutz, zu Energie, Umwelt, Verkehr, Sicherheit und Verteidigung sowie zu Forschung und Entwicklung. Die hier getroffenen Entscheidungen, Verordnungen und Richtlinien wirken sich direkt und indirekt auf alle Bürger_innen. Umso heftiger wurden in der ablaufenden Legislatur daher die Debatten um das geplante Handelsabkommen TTIP, die Datenschutzgrundverordnung oder die Reform des Urheberrechtes geführt.

Das Europäische Parlament bildet gemeinsam mit dem Rat das Herz der Gesetzgebung und es wählt den_die Kommissionspräsident_in. Doch so sehr die Entscheidungen auf europäischer Ebene von Relevanz sind: Seit der ersten direkten Wahl vor 40 Jahren erklären sich immer weniger Bürger_innen bereit, die Grundidee der Europäischen Union zu stärken und den inhaltlichen Kurs mit ihrer Stimme zu beeinflussen. Lediglich 43,09% der Wahlberechtigten entschieden 2014 über die derzeitige Zusammensetzung des Europäischen Parlaments.

Für die Belange kleiner und mittelständischer Unternehmen, für die Kreativwirtschaft sowie für die Kulturpolitik der Europäischen Union ist die anstehende Wahl richtungsweisend. Wird das kommende Parlament stark genug sein, jene Weichen zu stellen, die den unabhängigen Musikunternehmen faire und transparente Marktbedingungen gewähren? 

Die europäische Musikbranche besteht derzeit aus Tausenden unabhängigen kleinen und mittelständischen Musikunternehmen sowie aus drei multinationalen „Majors“. 80% aller Veröffentlichungen stammen von unabhängigen Musikunternehmen, die in Deutschland einen Marktanteil von 35% haben. Wie auch andere kleine und mittelständische Unternehmen, schaffen die Independents EU-weit ca. 80% aller Arbeitsplätze der Branche. Da viele von ihnen inhabergeführt sind, stehen sie in partnerschaftlicher Beziehung zu ihren Musiker_innen, was sich unter anderem in branchenüblichen 50:50-Deals widerspiegelt. Mit ihrer Innovationsbereitschaft und ihrem besonderen Engagement in der Nachwuchsförderung symbolisieren unabhängige Musikunternehmen auf besondere Weise die vielfältige Kulturlandschaft in der Europäischen Union.

Als Vertreter von rund 1.300 Labels, Verlagen, Vertrieben, Produzent_innen sowie selbstvermarktenden Künstler_innen ruft der Verband unabhängiger Musikunternehmen e. V. alle Bürger_innen auf, am 26. Mai 2019 für ein buntes und von starken Werten getragenes Europa einzutreten, das auf Kunst- und Meinungsfreiheit setzt und für die Rechte der Kreativen einsteht! Mit dem europäischen Einigungsprojekt haben wir ein kraftvolles Organ, das eigene Maßstäbe setzen und eine Vorreiterrolle einnehmen kann.

Daher: #Europawahl! Damit Europa und das Europäische Parlament bunt bleibt: #gehwählen am 26. Mai! Sagt es weiter mit unseren VUT-Facebook-Rahmen zur Europawahl: Rahmen 1 & Rahmen 2

Tags: Politik, Europa,

Kategorie: Politik,

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