Preisträger*innen des EMIL_ Der Deutsche Preis für Schallplattenfachgeschäfte in Jena ausgezeichnet

Im Namen des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer und in Zusammenarbeit mit dem Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) wurden heute im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Jenaer Kassablanca die Gewinner*innen des EMIL_ Der Deutsche Preis für Schallplattenfachgeschäfte 2025 ausgezeichnet. Übergeben wurden die Preise durch Laudator*innen, die jeweils einen persönlichen Bezug zu den ausgezeichneten Läden haben.

Der EMIL_ ehrt Schallplattenläden als wichtige soziale und gesellschaftliche Orte und rückt ihre Bedeutung für die kulturelle Vielfalt und Bildung in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Denn inhabergeführte, stationäre Plattenläden tragen wesentlich zum Erhalt einer vielfältigen Musikkultur in Deutschland bei, gerade auch im ländlichen Raum. Schallplattenfachgeschäfte stärken als vielfältiger und unabhängiger Absatzmarkt zudem die Existenzgrundlage von Künstler*innen und ihren Partner*innen. Emil Berliner, der Erfinder der Schallplatte und des Grammophons, ist Namensgeber des Preises.

Eine unabhängige, 9-köpfige Expert*innen- und Branchen-Jury hat aus insgesamt fast 200 Bewerbungen 14 Schallplattenläden in vier Kategorien ausgezeichnet: "Bestes Schallplattenfachgeschäft" sowie "Herausragendes Schallplattenfachgeschäft – Neugründung", "Herausragendes Schallplattenfachgeschäft – Innovation" und "Herausragendes Schallplattenfachgeschäft – strukturschwache Region".
Bei der feierlichen Preisverleihung erfuhren die Inhaber*innen in welcher der Kategorien ihre Schallplattengeschäfte ausgezeichnet wurden.

Im Einzelnen wurden folgende Schallplattenläden mit dem EMIL_ 2025 ausgezeichnet:

Zehn Fachgeschäfte gewannen in der Hauptkategorie "Bestes Schallplattenfachgeschäft", dotiert mit jeweils 15.000 Euro:

Als "Herausragendes Schallplattenfachgeschäft – Innovation" wurde darüber hinaus der Düsseldorfer Schallplattenladen A&O Medien prämiert und mit einem Preisgeld von 25.000 Euro bedacht. Der Sweetwater Recordstore aus Dresden erhielt 25.000 Euro in der Kategorie "Herausragendes Schallplattenfachgeschäft - Strukturschwache Region" und als "Herausragendes Schallplattenfachgeschäft - Neugründung" gewann der Sound Store Wiedenbrück ebenfalls 25.000 Euro.

Zudem wurde ein undotiertes Gütesiegel als "Bestes Schallplattenfachgeschäft" an HHV Records in Berlin vergeben, dessen Jahresumsatz in den vergangenen drei Jahren im Schnitt über einer Million Euro lag.

Alle ausgezeichneten Schallplattenläden erhielten das Gütesiegel als "Ausgezeichneter Ort der Kultur" zur Anbringung in ihren Läden sowie eine eigens hergestellte 7“ aus Bio-Vinyl mit zwei Tracks (A-Seite: "Schallentin" von Twit One, B-Seite: "Zeitenwende" von fastmusic).

Dr. Birte Wiemann, Vorstandvorsitzende des Verbands unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT): "Rekord-Plattenläden, große Plattenläden, kleine Plattenläden, Preisträger*innen und Nicht-Preisträger*innen – vollkommen egal, wenn man die positive Energie im Raum im Jenaer Kassablanca aufgesaugt hat und sieht, wie Plattenladenbesitzer*innen nicht nur mit einem Preis und dem dazugehörigen Preisgeld ausgezeichnet werden, sondern spätestens seit dem letztjährigen EMIL_ eine Stimme und ein gemeinsames Netzwerk gefunden haben. Es ist diese Energie und dieses Netzwerk, auf das wir als Musikbranche und Gesellschaft zählen, denn die Plattenladenbesitzer*innen – unabhängig davon, ob EMIL_-Gewinner*in oder nicht – öffnen tagtäglich ganz pragmatisch die Tür zu einem der niedrigschwelligsten Kulturorte überhaupt. Im Namen des VUT möchte ich allen Preisträger*innen auch auf diesem Weg noch einmal die herzlichsten Glückwünsche aussprechen. Es ist wichtig, dass es euch gibt! Vollkommen unverständlich finde ich indes, dass die politisch Verantwortlichen diese Einschätzung ganz offenbar trotz Steigerung des Kulturetats nicht teilen."

EMIL_ wird von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Zusammenarbeit mit dem Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) verliehen. Bei dem Preis handelt es sich um ein befristetes Vorhaben, welches aus dem parlamentarischen Verfahren stammt. In den Jahren 2024 und 2025 wurde der Preis auf dieser Grundlage realisiert und wird darüber hinaus vom Bund nicht weiter finanziert.

Mehr Informationen unter deutscher-preis-fuer-schallplattenfachgeschaefte.de

 

Pressekontakt:
Kristian Müller/Dr. Kathrin Steinbrenner
SteinbrennerMüller Kommunikation
Telefon:+49 (0) 30-47372192
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VIA 2025 – Preise der unabhängige Musikbranche beim Reeperbahn Festival verliehen

Beim Reeperbahn Festival in Hamburg wurde am gestrigen Abend der VIA verliehen – der Kritiker*innenpreis der unabhängigen Musikbranche. Acht herausragende Künstler*innen, Musikunternehmer*innen und Projekte wurden vom Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) ausgezeichnet. Der VIA würdigt musikalische Qualität und Innovation unabhängig von kommerziellem Erfolg.

Die Preisträger*innen des VIA 2025:

Die feierliche Verleihung fand im Schmidts Tivoli statt – moderiert von Nina "Fiva" Sonnenberg. Musikalisches Highlight des Abends war der Liveauftritt von Sofia Portanet, die 2021 mit dem VIA als "Beste Newcomerin" ausgezeichnet wurde. Redebeiträge kamen unter anderem von Dr. Carsten Brosda, Hamburgs Senator für Kultur und Medien, sowie Dr. Birte Wiemann, Vorstandsvorsitzende des VUT.

Auch in diesem Jahr wählten sechs unabhängige Fachjurys – zusammengesetzt aus Expert*innen unterschiedlichster Hintergründe – die Preisträger*innen aus.

Die Preisträger*innen im Detail:

Die Münchner Künstlerin Vandalisbin wurde als Beste Newcomer*in ausgezeichnet. Überreicht wurde der Preis von Ueli Häfliger und Winson vom Musikpodcast "Goldstückli" – selbst "riesengroße Fans" der Künstlerin und ihrer Songs im Spannungsfeld zwischen queerer Sexualität, Liebe, Gewalt und Selbstermächtigung.

Den Preis für den Besten Act erhielt Masha Qrella. Illustrator und Maler Chrigel Farner, der mit Masha Qrella schon lange in musikalischer Verbindung steht, würdigte die Künstlerin in seiner Laudatio als großzügige Person, deren Konzerte immer besonders feierliche Anlässe seien.

Mit einem Album voller queerer Lovesongs zwischen RnB und Cloud-Rap gewann "FC Chaya" der Rapperin Ebow den Preis für das Beste Album. In einer bewegenden Laudatio bezeichnete Rap-Kollegin Nebou vom Hamburger Kollektiv Bangerfabrique das Album als "Manifest" und "Soundtrack des Lebensgefühls queeren migrantischen Lebens".

Das Hamburger Label Grand Hotel van Cleef, gegründet 2002 von Marcus Wiebusch, Reimer Bustorff (beide Kettcar) und Thees Uhlmann (damals Tomte) wurde als Bestes Label ausgezeichnet. Laudator Oke Göttlich, u.a. Vereinspräsident des FC St. Pauli und Musikunternehmer, überreichte den Preis an das GHvC-Team.

Das Projekt "The Call" von Holly Herndon und Mat Dryhurst wurde als Bestes Experiment ausgezeichnet. Es erhebt die Erstellung von KI-Systemen selbst zur künstlerischen Praxis: Indem 15 Chöre Daten generieren, die über ein bewusst gestaltetes Data-Trust-Modell gerechte Kontrolle und Mitgestaltung ermöglichen, verbindet "The Call" künstlerische Experimentierfreude mit neuen Ansätzen ethischer Daten-Governance und kollektiver Kreativität. Die Künstler*innen meldeten sich per Videobotschaft aus Japan und bedankten sich bei der Jury während Matthias Strobel vom Verband MusicTech den Preis stellvertretend entgegennahm.

Aurismatic erhielt den VIA für Best New Music Business – das Unternehmen setzt mit seiner einzigartigen AI-basierten Monitoring-Lösung einen neuen Standard für Transparenz und Fairness im Live-Musikgeschäft. Durch die präzise Erkennung von Originalwerken, auch bei Cover- und Liveversionen, profitieren zahlreiche Akteur*innen der Branche von effizientem Reporting, gerechteren Ausschüttungen und einer verlässlichen Datenbasis. Den Preis überreichte Wolf-D. Schoepe (Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht) an Aurismatic-Gründer Oliver Pauly und sein Team.

Der VIA-Sonderpreis für besondere Verdienste für die unabhängige Musikbranche ging in diesem Jahr an Frank Bull (VOD-Records) für sein außergewöhnliches Engagement als Bewahrer und Chronist der unabhängigen Musikkultur. Laudator Ronny Krieger (VUT-Vorstand) erklärte, dass Bull seit über zwei Jahrzehnten mit visionären Editionen, unermüdlicher Leidenschaft und kritischer Stimme gegenüber der Branche das kulturelle Gedächtnis der DIY- und Independent-Szene prägt.

Die "Indie-Axt" ging an Helen Smith, Vorstandsvorsitzende des Europäischen Independent-Verbands IMPALA, die seit vielen Jahren als strategische Brückenbauerin zwischen Politik, Branche und unabhängiger Musikwelt wirkt. Mit Klarheit, Mut und Beharrlichkeit schlägt Helen Smith Wege durch Machtstrukturen und Markt-Konzentration frei und stärkt so ein pluralistisches, faires und zukunftsfähiges Musikökosystem. VUT-Geschäftsführer Jörg Heidemann überreichte den besonderen Preis und erklärte, dass die einst eingestellte Kategorie "Indie-Axt" nach 14 Jahren erstmals wieder verliehen wird, da Smith gerade in Zeiten der Konsolidierungen im Musik-Sektor wie kaum eine andere den Geist des Preises verkörpert.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, Hamburg: "Der VIA steht wie kaum ein anderer Preis für Innovationsfreude und Vielfalt und für eine Musikkultur abseits von Kommerz. Er ehrt Künstler*innen, die den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit mit ihrer Kreativität und dem unbedingten Glauben an die Kraft der Kultur begegnen. Sie legen mit ihrer Musik die Grundlage für eine andere, eine bessere Welt und behaupten sich mit ihrer Innovationsfreude auf dem harten Musikmarkt. Die Preisverleihung ist damit auch ein Fest der unabhängigen Musikwirtschaft und ein Zeichen des festen Willens, getreu dem diesjährigen Motto des Reeperbahn Festivals 'Imagine Togetherness!' gemeinsam die Zukunft zu gestalten."

Dr. Birte Wiemann, VUT-Vorstandsvorsitzende: "Jemand, der*die sich als triskaidekaphil bezeichnet, liebt die Zahl 13. Spätestens seit gestern möchte ich mich ebenfalls als triskaidekaphil bezeichnen, denn die 13. Ausgabe des VIA war genau das, was die Numerologie der Zahl 13 zuordnet: ein Erfolg. Meine herzlichsten Glückwünsche auf diesem Wege noch einmal an alle Preisträger*innen, die auch in diesem Jahr wieder gezeigt haben, was wir meinen, wenn wir von Vielfalt im musikalischen Ökosystem sprechen. Danke für diesen wohltuenden jährlichen Reminder. Und wie immer eine große Verbeugung an die Jury, die diese Vielfalt, den Ideenreichtum und die unabhängige Umtriebigkeit mit Kompetenz und Herzblut für uns sichtbar macht."

Detlef Schwarte, Director Reeperbahn Festival: "Der VIA ist ja so eine Art Sahnehaube des Zusammenhalts innerhalb der Szene der unabhängigen Musikunternehmer*innen. Darum schmücken die VIA Awards das Reeperbahn Festival, das in diesem Jahr mit dem Motto 'Imagine Togetherness' unterwegs ist, auf ganz besondere Weise. Wir freuen uns jedes Jahr aufs Neue über diesen Schulterschluss und die auch 2025 großartigen Preisträger*innen und die erneut launische Show."

Der VUT dankt insbesondere der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, Merlin und der GVL als Hauptförderer der Awards, dem Reeperbahn Festival, der GEMA, Phononet, allen VUT-Freund*innen und Unterstützer*innen sowie den Medienpartnern ByteFM, DIFFUS, Kaput Mag und MusikWoche sowie dem anonymen Musikliebhaber aus Hamburg, durch dessen Unterstützung der VIA mit 10.000 Euro dotiert ist. Das Berliner Presswerk Objects Manufacturing schenkt dem*er Gewinner*in der Kategorie "Bester Newcomerin" zudem eine Vinylpressung von 100 Exemplaren.

 

Weitere Informationen:

VUT-Mitglieder wählen neuen Vorstand

Im Rahmen der heutigen Mitgliederversammlung des Verbands unabhängiger Musikunternehmer*innen wurde ein neuer Vorstand gewählt. Für die kommenden zwei Jahre werden Henrietta Bauer, Verena Bößmann, Petra Deka, Neil Grant, Ronny Krieger, Eva Pyko, Yannic Schemion, Ina Schulz, Alexander Warnke, Dr. Birte Wiemann, Thomas Zimmermann und Jorin Zschiesche die Interessen des deutschen Independent-Sektors im Vorstand vertreten. Die VUT-Mitgliederversammlung ist der traditionelle Auftakt der Indie Days, die dieses Jahr wieder als Teil des Reeperbahn Festivals vom 17. bis 19. September in Hamburg stattfinden.

Henrietta Bauer, Verena Bößmann, Petra Deka, Neil Grant, Ronny Krieger, Ina Schulz, Dr. Birte Wiemann und Thomas Zimmermann bleiben dem Vorstand erhalten, während Eva Pyko, Yannic Schemion, Alexander Warnke und Jorin Zschiesche neu kandidierten und ebenfalls von den Mitgliedern gewählt wurden. Dr. Birte Wiemann, die das Amt der Vorstandsvorsitzenden seit vier Jahren innehat, wurde im Anschluss an die Verkündung des Wahlergebnisses von ihren Vorstandskolleg*innen in dieser Rolle bestätigt. Zu ihren Stellvertreter*innen wurden Henrietta Bauer und Neil Grant gewählt, während Thomas Zimmermann das Amt des Schatzmeisters übernimmt. Insgesamt hatten sich 20 Kandidat*innen zur Wahl gestellt – ein starkes Zeichen für die Vielfalt und das Engagement innerhalb der unabhängigen Musikbranche.

Dr. Birte Wiemann, Vorstandsvorsitzende des VUT: "In den wilden Zeiten, die uns ohne Zweifel ins Haus stehen, freue ich mich darüber, Teil eines Vorstandes zu sein, der nicht nur paritätisch besetzt ist, sondern auch aus engagierten Praktiker*innen quer durch die Musikwirtschaft besteht. Den nicht weniger engagierten scheidenden Vorstandsmitgliedern möchte ich meinen Dank aussprechen und kann es kaum erwarten, mit dem neuen Team inklusive meiner stellvertretenden Vorsitzenden Henrietta Bauer und Neil Grant an den Stellschrauben weiterzudrehen, die wir über die letzten beiden Jahre hinweg in Position gebracht haben."

"Ich gratuliere allen neu- und wiedergewählten Vorstandsmitgliedern ganz herzlich und freue mich auf die gemeinsame Zusammenarbeit in den kommenden zwei Jahren. Gemeinsam wollen wir an die erfolgreiche Arbeit des bisherigen Vorstands anknüpfen und neue Impulse setzen. Mein besonderer Dank gilt Bianca Eysenbrandt, Dorette Gonschorek, Julia Gröschel und Tom Reiss, die nun aus dem Vorstand ausscheiden – für ihr großes Engagement und ihren wertvollen Beitrag zur Stärkung der unabhängigen Musikwirtschaft", so Jörg Heidemann, Geschäftsführer des Verbandes.

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v.l.n.r.: Petra Deka, Ina Schulz, Verena Bößmann, Yannic Schemion, Dr. Birte Wiemann, Alexander Warnke, Eva Pyko, Thomas Zimmermann, Henrietta Bauer, Jorin Zschiesche, Ronny Krieger, Neil Grant

Foto: Jonas Neugebauer

Ein Porträtfoto der Vorstandsvorsitzenden Dr. Birte Wiemann befindet sich unter diesem Link.

Shortlist der Kritiker*innenpreise der unabhängigen Musikbranche steht fest

Insgesamt 18 Künstler*innen, Musikunternehmer*innen und Projekte stehen dieses Jahr auf der Shortlist des Kritiker*innenpreises der unabhängigen Musikbranche. Der VIA (VUT Indie Awards) zeichnet herausragende Talente der Independent-Branche in sechs Kategorien aus. Am 18. September werden die Preise im Rahmen des Hamburger Reeperbahn Festivals vergeben.

Zum 13. Mal verleiht der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) in diesem Jahr den VIA. Die Preise werden für Originalität und Qualität vergeben und nicht aufgrund von kommerziellem Erfolg. Die Verkündung der Gewinner*innen erfolgt im Hamburger Schmidts Tivoli auf einer Preisverleihung im Beisein der Nominierten, Laudator*innen und geladenen Gästen. Der VIA ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.

Nominiert für den VIA 2025 in folgenden Kategorien sind:

Beste*r Newcomer*in
Ceren
Hotel Rimini
Vandalisbin

Bester Act
Derya Yıldırım & Grup Şimşek
Güner Künier
Masha Qrella

Bestes Album
Ätna – "Lucky Dancer"
Ebow – "FC Chaya"
King Hannah – "Big Swimmer"

Bestes Label
Grand Hotel Van Cleef
!K7
Ladies und Ladys

Bestes Experiment
CTM Festival
Holly Herndon & Mat Dryhurst – “The Call”
SUB_BAR

Best New Music Business
aurismatic
Bamboo Artists
SUSTAIN Merchandising

Bestimmt wird die Shortlist in einem mehrschrittigen Juryverfahren: Zunächst bringt die Gesamtjury – bestehend aus den Mitgliedern des VUT und weiteren 250 Profis aus allen Bereichen der Musikbranche – Vorschläge ein. Dabei kamen in diesem Jahr rund 560 Einreichungen zusammen. Die finale Entscheidung über die Shortlists und Preisträger*innen der einzelnen Kategorien treffen Fachjurys besetzt mit ausgewählten Expert*innen, die repräsentativ für die Vielfalt der unabhängigen Musikbranche ein breites Spektrum an Genres, Hintergründen, Businesserfahrungen und Geschäftsbereichen vertreten.

Dr. Birte Wiemann (VUT-Vorstandsvorsitzende): "Jedes Jahr wieder ist unser VIA und besonders die von der Jury mit Sinn, Verstand, Herzblut und mancher Diskussion zusammenstellte Shortlist ein sehr willkommener Reminder an das, worum es in der unabhängigen Musikwirtschaft wirklich geht. In Zeiten, in denen mir der Begriff des 'Indiewashings' leider bereits leicht von der Zunge geht, ist die Besinnung auf Künstler*innen, Kreativität, Mut und Vielfalt jenseits von Konsolidierung, Kennzahlen und knochentrockener Strategie wichtiger denn je. Ich freue mich auf den dreizehnten VIA und bin mir mit Blick auf die Shortlist sicher, dass wir absolut würdige Gewinner*innen küren werden."

Der VUT dankt insbesondere der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, Merlin und der GVL als Hauptförderer der Awards, dem Reeperbahn Festival, der GEMA, Phononet, allen VUT-Freund*innen und Unterstützer*innen sowie den Medienpartnern ByteFM, DIFFUS, Kaput Mag und MusikWoche.

 

Weitere Informationen:

MEWEM startet nächste Bewerbungsphase

Das Mentoringprogramm MEWEM startet in seine siebte Runde – und unterstützt auch 2025 wieder weibliche, trans und nicht-binäre Nachwuchskräfte in der Musikbranche. Interessent*innen aus ganz Deutschland können sich ab jetzt als Mentee bewerben. Außerdem stellt das Programm die Mentor*innen der diesjährigen Ausgabe und die neu aufgestellte Jury vor.

Ziel des zertifizierten Programms ist es, dass langfristig mehr FLINTA-Personen die Musikbranche mitgestalten und sichtbarer werden. Im Rahmen des fünfmonatigen Programms werden zehn Mentor*innen, die über langjährige Erfahrung in der Musikwirtschaft verfügen, mit zehn Nachwuchskräften (Mentees) zusammengebracht. Die Mentees werden durch den Austausch mit den "Role Models" nachhaltig bei ihrer beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung unterstützt.

MEWEM wird seit zehn Jahren vom VUT als Mentoringprogramm für den FLINTA-Nachwuchs in der Musikwirtschaft durchgeführt. Seit 2021 wird das Programm durch die Initiative Musik gefördert, und seit 2023 wird MEWEM im Rahmen einer Kooperation weiterentwickelt – mit dem gemeinsamen Ziel, die Sichtbarkeit, Wirkung und Nachhaltigkeit für FLINTA-Personen in der Musikbranche zu stärken.

Studien unterstreichen immer wieder die Wichtigkeit von Vorbildern für die persönliche Entwicklung von FLINTA. Die Personen, die in diesem Jahre ihre Erfahrungen und Expertise als Mentor*innen bei MEWEM einbringen werden, sind:

Die Bewerbung auf die zehn Mentee-Plätze ist ab jetzt bis zum 24. Juli über diesen Link möglich. Jede sich als Frau, trans oder non-binär definierende Person, die die eigene Zukunft in u.a. den Bereichen Label, Verlag, Vertrieb, Live, Promotion, Management oder als selbstvermarktende*r Künstler*in sieht, und bereits erste Erfahrungen in der Musikwirtschaft mitbringt, kann sich bewerben.

Erstmals stellt das Programm eine Jury für die Auswahl der Mentor*innen und Mentees vor. Ihr Netzwerk und Know-how in der Branche bringen dieses Jahr die folgenden Juror*innen ein: Nadine Kiala (Kulturmanagerin / Kuratorin), Christiane Müller (Projektmanagerin Strukturförderung, Initiative Musik), Tess Rochholz (Bookerin / Assistant CEO, target Concerts), Ina Schulz (Head Of International Product Management, Schubert Music Europe & Unique Musikverlag / Vorstandsmitglied, VUT) und Nasrin Vahdani (Recruiterin People Experience, Sony Music Entertainment).

Ina Schulz (Jury-Sprecherin MEWEM / Vorstandsmitglied VUT): "In der letzten Ausgabe von MEWEM durfte ich selbst als Mentorin Teil des Programms sein – eine Erfahrung, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Der Austausch mit den Mentees, aber auch mit meinen Kolleg*innen aus dem Mentor*innenkreis, war ungemein inspirierend und hat mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie wichtig Mentoring für die Förderung von FLINTA in der Musikwirtschaft ist. Umso mehr hat es mich gefreut, in diesem Jahr als Jurymitglied zur Auswahl der neuen MEWEM-Teilnehmer*innen beizutragen und somit einen weiteren Beitrag zur Stärkung dieses wegweisenden Programms zu leisten. MEWEM feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen – ein Meilenstein, der nicht nur die gewachsene Bedeutung des Programms unterstreicht, sondern auch mit einer zunehmenden Wahrnehmung und Verantwortung einhergeht. Mit der stetig steigenden Zahl an tollen Bewerbungen war es daher ein logischer Schritt, die Jury-Struktur weiterzuentwickeln."

Katja Lucker (Geschäftsführerin Initiative Musik): "MEWEM ist nicht nur ein Mentoringprogramm – es ist ein wichtiger Hebel für mehr Vielfalt und Sichtbarkeit von FLINTA-Personen und echte Teilhabe in der Musikbranche. Uns bei der Initiative Musik ist es ein zentrales Anliegen, junge FLINTA*-Talente gezielt zu stärken. Als Kooperationsprojekt im Rahmen unserer Strukturförderung begleiten wir MEWEM nun noch enger – damit aus Ideen Karrieren werden und aus Einzelnen ein starkes Netzwerk entsteht."

MEWEM wird vom Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) in Kooperation mit der Initiative Musik durchgeführt und wird gefördert mit Projektmitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Weiterführende Informationen:

EMIL_ Der deutsche Preis für Schallplattenfachgeschäfte geht in die zweite Runde

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer verleiht in Zusammenarbeit mit dem Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) den EMIL_Der deutsche Preis für Schallplattenfachgeschäfte. Die Preisverleihung findet am 29. November 2025 in Jena statt.

Vom 2. Juni bis 8. August 2025 können sich Betreiber*innen von stationären Schallplattenfachgeschäften in Deutschland online über die Website des EMIL_ für eine der Auszeichnungen bewerben.

EMIL_Der deutsche Preis für Schallplattenfachgeschäfte ist ein Einreichungspreis, der an bis zu 16 deutsche Schallplattenfachgeschäfte vergeben wird. Die Auszeichnung umfasst ein Gütesiegel verbunden mit einem Preisgeld von bis zu 25.000 Euro. Geehrt werden die bis zu 16 Schallplattenfachgeschäfte in vier Kategorien:

  1. Herausragendes Schallplattenfachgeschäft – Neugründung
  2. Herausragendes Schallplattenfachgeschäft – Innovation
  3. Herausragendes Schallplattenfachgeschäft – strukturschwache Region
  4. Bestes Schallplattenfachgeschäft

Die Preisträger*innen werden aus allen Einreichungen von einer Fachjury ermittelt. Diese besteht aus Musiker*innen, Journalist*innen, Musikkurator*innen, Labelbetreiber*innen und Vertreter*innen von Vertrieben.

Namensgeber des Preises ist der Erfinder der Schallplatte und des Grammophons, Emil Berliner.

Der Preisverleihung in Jena ist ein Fachtreffen für Inhaber*innen von Schallplattenläden und Vertreter*innen von Labels und Vertrieben vorgeschaltet. In verschiedenen Gesprächsformaten werden dort aktuelle Themen der Branche adressiert und diskutiert.

EMIL_ Der deutsche Preis für Schallplattenfachgeschäfte ehrt Schallplattenfachgeschäfte als wichtige soziale und gesellschaftliche Orte und rückt ihre Bedeutung für die kulturelle Vielfalt und Bildung in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Denn inhabergeführte, stationäre Plattenläden tragen wesentlich zum Erhalt einer vielfältigen Musikkultur in Deutschland bei, gerade auch im ländlichen Raum. Schallplattenfachgeschäfte stärken als vielfältiger und unabhängiger Absatzmarkt die Existenzgrundlage von Künstler*innen und ihren Partner*innen. Nicht zuletzt deswegen sind in diesem Jahr auch Läden zugelassen, die eher auf Second Hand setzen und weniger Neuware verkaufen. Im vergangenen Jahr waren noch 50 % Neuware vorgegeben, die Quote wurde auf 25 % reduziert.

2024 wurde der EMIL_ erstmalig verliehen. Die Preisverleihung fand in Köln statt.

Mehr Informationen unter deutscher-preis-fuer-schallplattenfachgeschaefte.de

 

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Der Deutsche Musikrat und das Forum Musikwirtschaft fordern von der neuen Bundesregierung wirkungsvolle Rahmenbedingungen und Maßnahmen zur Stärkung der Musikwirtschaft

Die im Oktober 2024 veröffentlichte Studie "Musikwirtschaft in Deutschland 2024" zeigt: Die Musikwirtschaft ist mit 155.900 Beschäftigten, einem Umsatz von 17,4 Mrd. Euro und einer Bruttowertschöpfung von 6,6 Mrd. Euro ein relevanter und stark wachsender Wirtschaftssektor in Deutschland. Trotz dieser großen Strahlkraft der Musikwirtschaft geraten jedoch, u.a. inflationsbedingt, viele Künstler*innen und Musikwirtschaftsbetriebe zunehmend unter Existenzdruck: Im Live-Geschäft ist bei Kulturorten eine Produktionskostensteigerungen von durchschnittlich 45 % zu verzeichnen, so dass für viele Veranstaltende Investitionen in künstlerische Aufbauarbeit kaum noch tragbar sind.

Zur Stärkung der Musikwirtschaft hat das Forum Musikwirtschaft bereits im vergangenen Jahr elf zentrale Forderungen formuliert, die der Deutsche Musikrat und das Forum Musikwirtschaft noch einmal gemeinsam unterstreichen. Sie fordern von der neuen Bundesregierung unter anderem,

Das vollständige Forderungspapier ist hier zu finden.

Das Forum Musikwirtschaft besteht aus den sieben maßgeblichen Verbänden des Wirtschaftsbereichs: dem BDKV (Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft), dem BVMI (Bundesverband Musikindustrie), dem DMV (Verband Deutscher Musikverlage), dem IMUC (Interessenverband Musikmanager & Consultants), der LIVEKOMM (Verband der Musikspielstätten in Deutschland), der SOMM (Society Of Music Merchants) und dem VUT (Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen).

Europäische Independent-Musikbranche warnt: Kauft Universal Music weitere Vertriebsfirmen auf, geschieht dies auf Kosten von Musikliebhaber*innen und Künstler*innen

IMPALA, die Stimme der unabhängigen Musikkabels in Europa, warnt davor, dass der Musikgigant Universal Music Group (UMG) seinen marktbeherrschenden Einfluss weiter ausbauen könnte, wenn ihm der Kauf wichtiger Vertriebsfirmen und anderer Dienstleistungen für Labels und Künstler*innen gestattet wird.

UMG ist bereits das weltweit größte Musikunternehmen in einem ohnehin stark konzentrierten Markt. Die geplante Übernahme von Downtown – einschließlich Dienstleistungen wie FUGA, CD Baby, Songtrust und anderen, die zusammen über 5.000 Geschäftskund*innen und mehr als 4 Millionen Kreative in 145 Ländern bedienen – soll UMGs Marktmacht weiter vergrößern. Dies geschieht direkt nach dem Kauf von PIAS durch UMG Ende letzten Jahres.

Europäische unabhängige Labels und Verbände rufen die Wettbewerbsbehörden aller wichtigen Märkte dazu auf die geplanten Übernahmen zu blockieren und UMGs "Bulldozer"-Strategie zu unterbinden.

IMPALA hat Wettbewerbsbehörden in mehreren Ländern detaillierte Analysen geschickt, die aufzeigen, welchen Schaden diese Übernahmen auf dem Musikmarkt anrichten würden. Wenn UMG diese Deals abschließt, hätte dies zur Folge:

In ihrem Appell an die Regulierungsbehörden fordert IMPALA umfassende Untersuchungen, um die negativen Auswirkungen solcher Übernahmen zu bewerten. Die EU hat zwar bereits Maßnahmen ergriffen, um UMGs Marktmacht zu begrenzen, IMPALA weist allerdings darauf hin, dass Universals stetig wachsender Einfluss auf den Musikmarkt das Wachstum und den Wettbewerb einschränkt – zwei zentrale Prioritäten für die EU und nationale Regierungen.

Der VUT, die Interessenvertretung der unabhängigen Musikunternehmer*innen in Deutschland und Mitglied bei IMPALA, warnt, dass UMG Indiewashing als Strategie anwendet, um Kontrolle über den gesamten Musikmarkt zu erhalten. Vorstandsvorsitzende Dr. Birte Wiemann kommentiert die geplante Übernahme wie folgt: "UMG versucht sein Image mit Indiewashing aufzupolieren. Derzeit verkauft sich die von UMG kontrollierte Virgin Music Group aufgrund der profitgetriebenen Marktveränderung allen Ernstes als ‚global independent music division‘. Das ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen Unternehmer*innen weltweit, die als tatsächlich unabhängige Marktteilnehmer*innen agieren und den Talentpool seit Jahrzehnten mit musikalischer Vielfalt und den Stars von morgen anreichern. Der VUT hat aus diesem Grunde auch die nationale Kontrollbehörde involviert, damit weiterhin gewährleistet wird, dass unsere Musikwirtschaft nicht über Nacht komplett unter der Kontrolle multilateraler Großkonzerne steht."

Helen Smith, Vorstandsvorsitzende von IMPALA, sagt: "Das ist so, als würde man in den Keller eines vierstöckigen Gebäudes leuchten und feststellen, dass der Eigentümer des ersten und zweiten Stocks die Rohre und Leitungen sowie die Aufzüge besitzt. Sie kontrollieren die gesamte Struktur. Man muss alle Lichter einschalten, um zu verstehen, wie der Sektor funktioniert und welche Auswirkungen diese aktuellen Übernahmen im Kontext des Marktführers UMG – mit Beteiligungen auf allen Ebenen des Musik-Ökosystems – haben."

 

Weitere Informationen:

Kulturstaatsministerin Claudia Roth gibt die ersten Preisträger*innen des neu geschaffenen EMIL_ Der Deutsche Preis für Schallplattenfachgeschäfte bekannt

Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat heute im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in den Kölner Rheinterrassen die Gewinner*innen des EMIL_ Der Deutsche Preis für Schallplattenfachgeschäfte 2024 ausgezeichnet. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) verlieh in Zusammenarbeit mit dem Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) erstmalig diesen neu geschaffenen Preis. Übergeben wurde die Preise durch Laudator*innen, die jeweils einen persönlichen Bezug zu den ausgezeichneten Läden haben.

Der EMIL_ ehrt Schallplattenläden als wichtige soziale und gesellschaftliche Orte und rückt ihre Bedeutung für die kulturelle Vielfalt und Bildung in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Denn inhabergeführte, stationäre Plattenläden tragen wesentlich zum Erhalt einer vielfältigen Musikkultur in Deutschland bei, gerade auch im ländlichen Raum. Schallplattenfachgeschäfte stärken als vielfältiger und unabhängiger Absatzmarkt zudem die Existenzgrundlage von Künstler*innen und ihren Partner*innen. Emil Berliner, der Erfinder der Schallplatte und des Grammophons, ist Namensgeber des Preises.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth: "Schallplatten und Schallplattenläden erleben seit Jahren ein Comeback. Dafür gibt es gute Gründe. Denn Vinyl ist einfach anders: Es ist nicht nur ein Tonträger, sondern ein Lebensgefühl. Wir feiern dieses Lebensgefühl mit dem EMIL_. Dieser Preis ist ein Fest der Schallplatte und der Schallplattenläden. Die Kulturpolitik setzt damit ein Zeichen der Wertschätzung für Plattenläden als unverzichtbare Kulturorte, wichtige soziale Treffpunkte und Orte der Subkultur."

Eine unabhängige, 9-köpfige Expert*innen- und Branchen-Jury hat aus insgesamt fast 100 Bewerbungen 14 Schallplattenläden in vier Kategorien ausgezeichnet: 'Bestes Schallplattenfachgeschäft' sowie 'Herausragendes Schallplattenfachgeschäft – Neugründung', 'Herausragendes Schallplattenfachgeschäft – Innovation' und 'Herausragendes Schallplattenfachgeschäft – strukturschwache Region'.

Bei der feierlichen Preisverleihung erfuhren die Inhaber*innen in welcher der Kategorien ihre Schallplattengeschäfte ausgezeichnet wurden.

Im Einzelnen wurden folgende Schallplattenläden mit dem EMIL_ 2024 ausgezeichnet:

Zehn Fachgeschäfte gewannen in der Hauptkategorie ‚Bestes Schallplattenfachgeschäft‘, dotiert mit jeweils 15.000 Euro:

Als 'Herausragendes Schallplattenfachgeschäft - Innovation' wurde darüber hinaus der Leipziger Schallplattenladen VARY prämiert und mit einem Preisgeld von 25.000 Euro bedacht. Der Plattenladen aus Freiburg erhielt 25.000 Euro in der Kategorie 'Herausragendes Schallplattenfachgeschäft - Neugründung' und als 'Herausragendes Schallplattenfachgeschäft - Strukturschwache Region' gewann Fatplastics aus Jena 25.000 Euro.

In der ersten Ausgabe des EMIL_ wurde zudem ein undotiertes Gütesiegel als 'Bestes Schallplattenfachgeschäft' an Coretex Records in Berlin vergeben, dessen Jahresumsatz in den vergangenen drei Jahren im Schnitt über einer Million Euro lag.

Alle ausgezeichneten Plattenläden erhielten das Gütesiegel als "Ausgezeichneter Ort der Kultur" zur Anbringung in ihren Läden sowie eine eigens hergestellte 7" aus Bio-Vinyl mit 2 Tracks (A-Seite: "Jumpin' At The Record Shop", B-Seite: "O Mr. soldier man - Miss Duggan's song", eine Originalaufnahme von Emil Berliner, dem Erfinder der Schallplatte).

Dr. Birte Wiemann, Vorstandvorsitzende des Verbands unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT): „Der Namensgeber des EMIL_, Emil Berliner, hat nicht nur das Grammophon und die Schallplatte aus der Taufe gehoben, sondern als Universalgelehrter auch eine Parkettart, das Mikrofon und den Hubschrauber erfunden. Berliner und unsere mit dem EMIL_ auszeichneten Betreiber*innen von Schallplattenfachgeschäften eint genau diese Wachheit, die Kreativität und der Antrieb, sich immer wieder neu aufzustellen. Sie schaffen Kultur, vollkommen unabhängig davon, ob sie in der Metropole oder im ländlichen Raum zu Hause sind. Ich möchte allen Preisträger*innen auch auf diesem Wege noch einmal herzlichst gratulieren und bedanke mich bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien für das dem VUT entgegengebrachte Vertrauen bei der Umsetzung des EMIL_– hoffentlich auch über 2025 hinaus!“
Die Verleihung in den Kölner Rheinterrassen ging nahtlos in eine Aftershow-Party über. Die Preisträger*innen waren eingeladen, eigene Platten mitzubringen und auf der Party aufzulegen.

Mehr Informationen unter deutscher-preis-fuer-schallplattenfachgeschaefte.de

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Kristian Müller/Dr. Kathrin Steinbrenner
SteinbrennerMüller Kommunikation
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Foto: Christian Rothe

Gemeinsam 18 Prozent: Ökosystem Musikwirtschaft wächst

"Musikwirtschaft wächst und lässt andere wachsen" – das ist die Kernbotschaft der Studie zur Musikwirtschaft 2024. Erste Ergebnisse zur wirtschaftlichen Leistung und Bedeutung der gesamten Musikbranche wurden schon im September im Rahmen des Musikdialogs Hamburg präsentiert und diskutiert. Der jetzt veröffentlichte Endbericht der Studie zeigt: In der Musikwirtschaft wachsen alle gemeinsam – denn der positive Trend der Gesamtzahlen schlägt sich in jedem einzelnen Teilbereich nieder. Die Branche zeichnet sich gleichzeitig durch besonders enge Verzahnung aus und das heißt, dass sie Erfolge und Risiken gemeinsam trägt. Die Kostensteigerungen etwa in der Konzertproduktion bewirken einerseits höhere Umsätze und setzen andererseits gerade kleinere Musikspielstätten und die Nachwuchsarbeit im Live-Bereich stark unter Druck.

Die deutsche Musikwirtschaft ist ein erheblicher und dynamisch wachsender Wirtschaftssektor, der im Jahr 2023 Umsätze in Höhe von etwa 17,4 Mrd. Euro erwirtschaftete. Die damit verbundene Bruttowertschöpfung lag bei ca. 6,6 Mrd. Euro. Damit ist die Gesamtleistung der stark untereinander verflochtenen Teilbereiche innerhalb der vergangenen fünf Jahre um 18 Prozent gewachsen (2019: 14,8 Mrd. Euro). Die Bruttowertschöpfung legte im selben Zeitraum sogar um 20 Prozent zu. Mit insgesamt 156.000 Erwerbstätigen im Jahr 2023 hat auch die Rolle der Branche als relevanter Arbeitgeber seit 2019 weiter zugenommen (+4 %). Diese Erfolgszahlen diskutierte die Branche bereits am 18. September auf dem traditionellen Musikdialog Hamburg auf Einladung der Senatskanzlei Hamburg und der Behörde für Kultur und Medien Hamburg mit dem Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und Kultursenator Dr. Carsten Broda. Hier wurde gleichzeitig gemahnt: Umsatzsteigerungen sind keine Gewinnsteigerungen.

Durch Fertigstellung des Endberichts der Studie bestätigt sich nun im Detail, was für die gesamte Musikwirtschaft schon auf dem Musikdialog Hamburg thematisiert wurde: Auch alle einzelnen Teilbereiche der Musikwirtschaft sind in 2023 gewachsen, und das um bis zu 20% im Vergleich zu 2019.

 

Umsatz- und Erwerbstätigenzahlen der Teilbereiche der Musikwirtschaft

Umsatzstärkster Teilbereich mit 5,6 Milliarden Euro Umsatz und 58.000 Erwerbstätigen sind dabei die "Musikveranstaltungen", gefolgt von den "Musikaufnahmen" (4,2 Mrd. Euro Umsatz und rund 23.000 Erwerbstätige) und den "Musikinstrumenten" (2,9 Mrd. Euro bei 14.600 Erwerbstätigen). Weitere Teilbereiche sind Unternehmen, die vorwiegend als Musikverlag tätig sind (610 Mio. Euro) , der Musikunterricht (585 Mio. Euro), die Verwertungsgesellschaften (1,5 Mrd. Euro) und die Kreativen selbst (930 Mio. Euro).

Alle Teilbereiche der deutschen Musikwirtschaft leisten gemeinsam einen erheblichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Aber mit steigender wirtschaftlicher Relevanz nimmt auch die gesellschaftliche und soziale Verantwortung zu. Aussagekräftig ist in diesem Zusammenhang etwa die Gehälter- und Lohnstruktur der Branche: Bei einer Bruttowertschöpfung von 6,6 Mrd. Euro in 2023 wurden 3,2 Mrd. Euro an Löhnen und Gehältern ausgezahlt. Im Vergleich zu 2,4 Mrd. Euro in 2019 ist das eine Zunahme von 33 %.

 

Enge Verzahnung und große Strahlkraft

Kollegialität und Schulterschluss zeigt sich auch in der Art und Weise, wie die Teilbereiche der Musikwirtschaft ihre Umsätze generieren – in enger Verflechtung, mess- und ablesbar an den Vorleistungen: Musikunternehmen beziehen von insgesamt 10,5 Mrd. Euro an Vorleistungen (Einkäufe von Waren und Dienstleistungen) im Jahr 2023 etwa 80 %, also 8,5 Mrd. Euro, von anderen Unternehmen in der Musikwirtschaft (vertikal integrierte Branche). Diese Verflechtung ist verglichen mit anderen Wirtschaftsbranchen (die deutsche Autoindustrie und Finanzbranche bezogen 44 % bzw. 34 % ihrer Vorleistungen aus ihrer eigenen Branche) besonders stark und während sie intern Abhängigkeiten schafft, macht sie die Musikwirtschaft gleichzeitig ein Stück weit unabhängiger gegenüber Entwicklungen in anderen Wirtschaftsbereichen.

Und während in der Musikwirtschaft der Erfolg der einen den Erfolg der anderen bedingt, bringt sie auch andere Branchen zum Strahlen: Ganze Branchen basieren auf den Produkten der Musikwirtschaft oder wären ohne diese undenkbar. Beispielsweise dienen Musikinhalte als wesentliche Inputs oder Musikequipment als notwendige Technik für die wirtschaftliche Aktivität in Branchen wie dem Rundfunk oder als Komplementärgüter für Konsumenten auf Musikreisen oder von Elektronikgeräten. Im Jahr 2023 lagen diese sogenannten Ausstrahlungseffekte bei etwa 28 Mrd. Euro Umsatz.

 

Die Zahlen ins Verhältnis gesetzt

Die Ergebnisse der Teilbereiche sind angesichts etwa der noch immer spürbaren Auswirkungen der Multikrisen durch die Corona-Pandemie und den Ukrainekrieg vor allem auf die Live-Branche, der dynamischen Entwicklungen auf dem Streamingmarkt oder der angespannten Situation für den Einzelhandel in den Ballungsgebieten eine weitere Erfolgsmeldung für die Musikbranche.

In Bezug auf die Kennzahlen der Bruttowertschöpfung und der Erwerbstätigen lassen sich Unterschiede zwischen den relativen Anteilen der verschiedenen Teilbereiche der Musikwirtschaft erkennen. Der Teilbereich Musikveranstaltungen hatte gemessen an der Bruttowertschöpfung im Jahr 2023 das größte Gewicht. Sein Anteil an der Bruttowertschöpfung der Musikwirtschaft lag bei 38 %. Darauf folgten die Teilbereiche Musikinstrumente und Musikaufnahmen mit 20 %, respektive 19 %.

Ein verändertes Bild zeigt sich, wenn man die anteilige Verteilung der Erwerbstätigen in den einzelnen Teilbereichen betrachtet. Zwar war der Teilbereich Musikveranstaltungen mit 37 % aller Erwerbstätigen in der Musikwirtschaft immer noch der größte Teilbereich, danach folgen jedoch die personenstarken Teilbereiche Musikunterricht (18 %), Kreative (17 %) und Musikaufnahmen (15 %).

Insgesamt spiegeln die Erfolgszahlen der Musikwirtschaft wider, dass die Menschen gerade in der heutigen Zeit nach kulturellen Ereignissen und Erlebnissen suchen. Musik, Show oder Spoken Word in all ihren Modi des Konsums und der Partizipation kann ihnen das bieten – was der Musikwirtschaft neben der erwiesenen ökonomischen Bedeutung gleichzeitig auch Verantwortung für die Gesellschaft überträgt.

Die Studie "Musikwirtschaft in Deutschland 2024" wurde vom volkswirtschaftlichen Beratungsunternehmen Oxford Economics unter der Leitung von Johanna Neuhoff durchgeführt im Auftrag von GEMA, GVL und führenden Branchenverbänden der Musikwirtschaft als Forum Musikwirtschaft (BDKV, BVMI, DMV, IMUC, SOMM, VUT) und EVVC. Gefördert wurde die Untersuchung von der Hamburger Behörde für Kultur und Medien und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

 

Der Endbericht der Studie "Musikwirtschaft in Deutschland 2024" samt beurteilender Statements aus den einzelnen Teilbereichen ist hier abrufbar.