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Musikwirtschaft07.08.2019 Autor*in: Laureen Kornemann

Der VUT-Streaming-Kalkulator

Die Nutzerzahlen der großen Streaming-Anbieter belegen eindrucksvoll den Wandel vom Musik Kaufen hin zu Streaming. Sehr zum Leidwesen des physischen Tonträgers, denn dessen Umsätze sind auch in Deutschland mittlerweile rückläufig. Audio-Streaming war im vergangen Jahr für fast 50 Prozent des Gesamtumsatzes im Bereich Recorded verantwortlich und damit ist Streaming auch in Deutschland zum Umsatzträger Nr. 1 geworden (Quelle: Bundesverband Musikindustrie e.V., GfK Entertainment).

Knapp zehn Euro im Monat kostet ein Streaming-Abo. Dafür bekommen die Nutzer*innen Zugriff auf Millionen Songs, Alben, z.T. sogar Podcasts und Hörbücher. Alternativ zu den Bezahlmodellen gibt es werbefinanzierte Gratisabonnements. Dabei fallen die Erlöse aus dem Bezahlmodell höher aus als bei den werbefinanzierten Angeboten. 30 Prozent ihrer Einnahmen behalten die Dienste in der Regel für sich, siebzig Prozent schütten sie aus.

Die Rechte an der Musik halten die Labels und lizensieren an die Streaming-Dienste. Die Labels beteiligen ihre Künstler*innen dann an den Einnahmen. Die wenigsten Künstler*innen lizensieren direkt an die Dienste.

Reich werden nur die Mega-Stars, wie z. B. Luis Fonsi mit seinem Hit "Despacito". Der Sommerhit aus 2017 wurde mittlerweile 6 Milliarden Mal auf YouTube abgespielt (Quelle: The Trichordist). Bei einer Auszahlung von nur 0,0002 US-Dollar pro View kommen die Rechteinhaber*innen immerhin auf mehr als 1,2 Millionen Dollar. Wie viel davon bei Luis Fonsi ankommt, steht dabei auf einem anderen Blatt.

Der Erlös aus dem Streaming ihrer Musik auszurechnen, ist für Künstler*innen viel schwieriger als etwa bei physischen Tonträgern. Zahlen zu aktuellen Streaming-Erlösen eines US-amerikanischen Independent-Labels mit 250+ Albumtiteln und beinahe einer Milliarde Streams in 2018 kann man bei The Trichordist nachlesen.

Wie sieht es bei uns aus? Was bekommt ein*e deutsche*r  Independent-Künstler*in oder Label von den Streaming-Diensten? Wir haben bei einigen VUT Mitgliedern, darunter Labels und Digitalvertrieb, nachgefragt und ihre durchschnittlichen Jahreserlöse aus 2018 (vor Vertriebsgebühr) zusammengefasst. Mit dem daraus entstandenen Streaming-Kalkulator könnt ihr nun den durchschnittlichen Erlös per Stream errechnen. Berechnungsgrundlage dabei ist ein Künstler*in/Label-Splitting von 50 Prozent abzüglich einer Vertriebsgebühr von 20 Prozent.

Einfach die Höhe der Streams in das Feld "Anzahl Streams" eingeben und auf "Berechnen" klicken.


Eine detailliertere Version des Streaming-Kalkulators mit der Option die Anteile von Künstler*in, Label und Vertrieb anzupassen, findet ihr im Mitgliederbereich.

Tags: Streaming,

Kategorie: VUT Start, Musikwirtschaft,

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