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Indie Days30.03.2021

Talk: Multi-Issue Lives – Intersektionalität und Musikbranche

präsentiert von VUT Music Industry Women

Fr., 23. April 2021
14:00 - 14:45
via c/o pop xoxo

Sprache: Deutsch

"There is no such thing as a single-issue struggle because we do not live single-issue lives", schrieb die US-amerikanische Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde im Jahre 1982. Einige Jahre später verwendete die Juristin Kimberlé Crenshaw zum ersten Mal den Begriff "Intersektionalität". Er beschreibt die Überschneidung von verschiedenen Diskriminierungsformen in einer Person. So addieren sich beispielsweise Rassismus und Sexismus nicht einfach, sondern führen zu eigenständigen Diskriminierungserfahrungen.

Auch gängige Musikbranchen-Praktiken bringen unterschiedliche Diskriminierungsarten zutage – daran hat sich auch ein Jahr nach Hanau und Black Lives Matter leider wenig geändert. Welchen Stellenwert hat Intersektionalität überhaupt in der Popkultur? Wessen Körper, wessen Stimme und wessen Geschichte darf in der Popmusik repräsentiert werden? Welche Ungerechtigkeiten gibt es im System Musikwirtschaft? Und wie kann unterrepräsentierten Künstler*innen und Akteur*innen mehr Aufmerksamkeit verschafft werden?


Panelist*innen:

Houwaida Goulli (Künstlerin bei houaïda, freie Künstler*innenberaterin und Produktmangerin bei recordJet)


Foto: Theresa Stornowski

Houwaida Goulli (houaïda) ist Komponistin, Performerin und Wissenschaftlerin. Sie bezeichnet sich als Musikaktivistin und sieht ihre Arbeit bei dem digitalen Musikvertrieb recordJet, bei dem sie als Künstlerberaterin und Produktmangerin tätig ist, als ihr eine politische Arbeit an. Sie trug maßgeblich zu dem Aufbau der Vertriebsstrukturen mit bei. Sie arbeitet international und lebt in Berlin.

Frank Spilker (Musiker und Autor, Die Sterne, VUT-Vorstandsmitglied) 


Foto: Lidija Delovska

Das Indie Urgestein gründet gegen Ende der achtziger Jahre Band sowie Label und ist seit den neunziger Jahren sogar (Mit-)Begründer einer Schule, nämlich der Hamburger. Mittlerweile wohl eher Alumni. Die Sterne gibt es aber immer noch. Ihr letztes Album “Die Sterne” wurde 2020 bei PIAS veröffentlicht. Zwischendurch erscheint mal ein Buch oder ein Hörspiel von Frank Spilker. Ausserdem ist er Mitglied des Vorstands im VUT.

LIE NING (Künstler*in)


Foto: Isabel Hayn

LIE NING ist ein Künstler aus Berlin, der diesem diffusen Gemenge aus Gefühlen eine musikalische Heimat gibt. Er stammt aus einer Umgebung, die ebenso ständig ihr Gesicht wechselt. Mit einer Stimme aus Samt umgeben von gedämpften Klavierhämmern, schimmernden Elektronikelementen und dem Puls rasender Herzen erschafft der 22-Jährige eine manchmal erschreckende, meist jedoch umarmende Intimität. Getragen von schlafwandlerischer Selbstsicherheit und schonungsloser Offenheit gelingt den Songs ein tiefer Blick in die Seelen der Zuhörer und sie sind gleichzeitig ein Spiegel des tiefsten Inneren eines Künstlers, der spannender nicht sein könnte.

Mit seiner EP "traffic songs for the inbetweens" liefert der junge Sänger ein Debut von beeindruckender Reife, überraschender Tiefe und internationalem Format. Die Musik ist zeitlos modern, behutsam energisch und herzlich verkopft. Zwischen Indie, Pop, Wave und Disco entsteht ein bittersüßer Ort hoffnungsvoller Melancholie, eine Insel im Moloch, ein Wort in der Stille.

Ziúr (Musikproduzentin, DJ)


Foto: Mai Nestor

Ziúr is an experimental producer/musician and a fixture in Berlin's rich musical topography. It seems as though she produces her releases in the way someone scoring a television series does, gathering and arranging their selections for each episode … isolating and apprehending definitive scenes and memorializing their ethos in song. Soundtracks, much like her releases, guide the listener through radically different emotional states, yet somehow still offer an idea of what underpins a show's (or in this case an album's) particular hues. Ziúr produces music within such a scope, expansive, rich and diverse in texture. The sounds are simultaneously machinistic and deeply anthropomorphic, toying with mechanical isolation and the chaotic spectrum of human emotion. Unlike a soundtrack or score, there is no film to which one can turn to narrativize the music.


Moderation:

Aida Baghernejad (freie Journalistin und Promovendin der Europäischen Ethnologie an der HU Berlin)


Foto: P.H.

Aida Baghernejad ist freie Journalistin und Wissenschaftlerin. Sie schreibt auf Deutsch und Englisch für allerlei regionale, überregionale und internationale Publikationen über Musik und Essen. Manchmal auch über beides gleichzeitig, meistens aber über das Politische im Sound, auf der Bühne oder dem Teller. Sie organisiert zudem Workshops und moderiert verschiedene zu verschiedenen (kultur)politischen und wissenschaftlichen Themen. 2019 erhielt sie den International Music Journalism für den besten deutschsprachigen Text des Jahres und war für den Listen to Berlin Award in der Kategorie Journalismus nominiert. Meistens lebt sie in Berlin, manchmal in London, und vor allem im Internet.  


Weiterführende Informationen:

  • Die VUT Indie Days xoxo
  • c/o pop xoxo
  • Für die c/o pop xoxo gibt es keine Tickets zum Kauf. Alle Konzerte und Specials sowie das Programm der Convention laufen kostenlos im Stream auf der c/o pop-Website. Die Sessions und Workshops am 24. April finden auf einer Convention-Plattform statt. Um hieran teilzunehmen, müsst ihr euch in der Plattform registrieren – natürlich ebenfalls komplett kostenlos.

Tags: Music Industry Women, Indie Days,

Kategorie: Indie Days,

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