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Indie Days06.03.2020

Session: Multi-Issue Lives – Intersektionalität und Musikbranche

präsentiert von VUT Music Industry Women

Fr., 24. April 2020
10:45 - 11:45
Herbrand's Rondell @ c/o pop Convention
Sprache: Deutsch

"There is no such thing as a single-issue struggle because we do not live single-issue lives", schrieb die US-amerikanische Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde im Jahre 1982. Einige Jahre später verwendete die Juristin Kimberlé Crenshaw zum ersten Mal den Begriff "Intersektionalität". Er beschreibt die Überschneidung von verschiedenen Diskriminierungsformen in einer Person. So addieren sich beispielsweise Rassismus und Sexismus nicht einfach, sondern führen zu eigenständigen Diskriminierungserfahrungen.

Auch gängige Musikbranchen-Praktiken bringen unterschiedliche Diskriminierungsarten zutage. Welchen Stellenwert hat Intersektionalität überhaupt in der Popkultur? Wessen Körper, wessen Stimme und wessen Geschichte darf in der Popmusik repräsentiert werden? Welche Ungerechtigkeiten gibt es im System Musikwirtschaft? Und wie kann unterrepräsentierten Künstler*innen und Akteur*innen mehr Aufmerksamkeit verschafft werden?


Panelist*innen:

Houwaida Goulli (Künstlerin bei houaïda, freie Künstler*innenberaterin und Produktmangerin bei recordJet, GER)


Foto: Theresa Stornowski

houaïda ist Produzentin, Komponistin und Performerin und hat einen MA in Astrophysik. Neben ihren Soloauftritten hat sie als Komponistin und Performerin im Haus der Berliner Festspiele, im Maxim Gorki Theater oder im Gropiusbau in Berlin gearbeitet. Außerdem ist sie Live-Musikerin der Berliner Indie-Band Allie und Mitglied des Holly Herndon Ensembles. Sie trug eine einflussreiche Rolle beim Aufbau des Musikvertriebs recordJet in Berlin, wo sie als freiberufliche Produktmanagerin und Künstlerberaterin tätig ist.


ILIRA (GER)


Foto: HEKS

ILIRA ist das bestgehütete Geheimnis des Pops. Mit ihrer unnachahmlichen Gesangsakrobatik und einer Bandbreite von über vier Oktaven, hat der albanische Export derzeit 2 Millionen monatliche Hörer auf Spotify. ILIRA veröffentlichte ihre erste Single im Sommer 2018 und ist seitdem auf einer unaufhaltsame Reise zur weltweiten Pop-Dominanz. Ihre Hit-Kollaboration "FADING" hat auf den deutschen Airplay-Charts die Nummer 1 erreicht und ist mit mehrfach mit Platin ausgezeichnet worden. Ihr glitzernder und doch urbane Signature Sound verbindet verspielte Pop-Melodien mit cleverer Lyrik; eine Pop-Prinzessin par excellence. Im Jahr 2019 wurde ILIRA für einen MTV EMA nominiert. Zurzeit teilt sie ihre Zeit zwischen Berlin, London und Los Angeles auf, um an ihrem Debütalbum zu arbeiten. ILIRA ist bekannt für Songs wie "GET OFF MY D!CK", das die Top 50 der Viral Spotify Charts in den USA & UK knackte, und "MACH ES SELBST", die vor Empowerment nur so strotzen.

Caoimhe McAlister (DICE Conference + Festival, GER)

Caoimhe McAlister hat Musik an der Queen's Universität in Belfast studiert und Kunstadministration an der Universität von Paris 8. Sie ist in beiden Städten auf Festivals und Events aufgetreten und hat selbst Veranstaltungen organisiert, bevor sie 2010 nach Berlin zog. Sie war bei City Slang im Projektmanagement und Marketing tätig und hat das Primavera Sound Festival in Deutschland vertreten. Derzeit lehrt sie zudem Music Business an der BIMM (British and Irish Modern Music Institute). Seit Anfang 2017 leitet sie DICE Conference + Festival in Berlin.

Frank Spilker (Musiker und Autor, Die Sterne, VUT-Vorstandsmitglied, GER) 

Frank Spilker gründet Mitte der achtziger Jahre das deutschsprachige Indie-Pop-Label Fast Weltweit, schließt sich Anfang der neunziger Jahre der Hamburger Schule an und startet anschließend mit seiner Band "Die Sterne" auch in den Charts durch. Der Sänger und Gitarrist der Band hat zehn Jahre später alle Majors hinter sich gelassen und veröffentlicht auch Solo bei Staatsakt oder dem Band-eigenen Label Materie Records, das er selbst organisiert. Als wäre das nicht schon genug, schreibt er Romane, veröffentlicht journalistische Texte, ist DJ bei ByteFM und Vorstandsmitglied im VUT e.V. 

Moderation:

Aida Baghernejad (freie Journalistin und Promovendin der Europäischen Ethnologie an der HU Berlin, GER)


Foto: P.H.

Aida Baghernejad ist freie Journalistin und Wissenschaftlerin. Sie schreibt auf Deutsch und Englisch für allerlei regionale, überregionale und internationale Publikationen über Musik und Essen. Manchmal auch über beides gleichzeitig, meistens aber über das Politische im Sound, auf der Bühne oder dem Teller. Sie organisiert zudem Workshops und moderiert verschiedene zu verschiedenen (kultur)politischen und wissenschaftlichen Themen. 2019 erhielt sie den International Music Journalism für den besten deutschsprachigen Text des Jahres und war für den Listen to Berlin Award in der Kategorie Journalismus nominiert. Meistens lebt sie in Berlin, manchmal in London, und vor allem im Internet.  


Weiterführende Informationen:

Tags: Music Industry Women, Indie Days,

Kategorie: Indie Days,

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