VERBAND UNABHÄNGIGER MUSIKUNTERNEHMER*INNEN E.V.
ACT UNITED - STAY INDEPENDENT
Music Industry Women03.08.2021

MEWEM Deutschland – Die Mentor*innen

Wir freuen uns, dass wir für die diesjährige Runde des MEWEM-Mentoringprogramms 12 tolle Mentor*innen gewinnen konnten. Hier erfahrt ihr mehr über sie!

Aissata Hartmann-Sylla

Ich habe einen Master-Abschluss in Romanistik, Amerikanistik sowie in Afrikanistik. Schon während meines Studiums habe ich für die Hamburger Veranstalterlegende Karsten Jahnke gearbeitet und bin dort auch nach meinem Abschluss geblieben. Während meines Studiums habe ich hauptsächlich im Ticketing gearbeitet und dann angefangen, mit Karsten Tourneen für Jazz-Acts wie Branford Marsalis, Herbie Hancock, Randy Crawford, um nur einige zu nennen, zu buchen. Im Jahr 2006 erhielt ich das Angebot, nach München zu ziehen und für die Booking-Agentur Triple M zu arbeiten, wo wir Acts wie Kelly Clarkson, Maroon 5 und Santana buchten. Im Jahr 2009 erhielt ich ein Angebot der Anschutz Entertainment Group als Event Managerin in der Mercedes-Benz Arena zu arbeiten, die damals noch o2 World hieß und bin inzwischen dort als Senior Booking Director für die Buchungen von Konzerten und Shows verantwortlich.

Seit April 2017 bin ich Mitglied im Kuratorium der Live Entertainment Summer School in Hamburg im Rahmen des Projekts Music Business Summer School der IHM. Seit Dezember 2020 bin ich auch Mitglied im Kuratorium der neu gegründeten International Live Entertainment Summer School.

3 Fragen an Aissata

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
ich es gut und wichtig finde, dass Frauen gefördert werden

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Lasst Euch nicht entmutigen, habt immer das Ziel vor Augen und zeigt, dass ihr es besser könnt.

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
der aktuell andauernden Ungewissheit und Unsicherheit. Die größte Chance darin, dass wir näher zusammengerückt sind und sich dadurch viele neue Perspektiven eröffnet haben und weiterhin eröffnen werden.


Anika Jankowski

Anika Jankowski ist Konzertveranstalterin, Musikverlegerin und Dozentin für Veranstaltungs- und Musikmanagement. Anika Jankowski kennt als studierte M.A. Musikmanagement die Musikwirtschaft aus allen Blickwinkeln. Seit über fünfzehn Jahren ist sie als Veranstalterin tätig und veranstaltet seit 2018 mit ihrer eigenen Agentur Sunset Mission Konzerte in Sachsen Konzerte. Dabei vertritt sie Bands wie Deine Freunde, Sophie Hunger, Hundreds, Bilderbuch und Mighty Oaks.

Neben der Veranstalterinnentätigkeit wird Anika Jankowski auch abseits der Bühne für die Musikszene aktiv. Sie ist stolze Besitzerin des Musikverlags Oh, my music! publisher und vertritt über 50 Urheber*innen und veranstaltet regelmäßig Songcamps.

Netzwerkarbeit ist ihr liebstes Hobby, weshalb sie sich als Komiteemitglied beim Bundesnetzwerk music women* germany und als Gründungsmitglied im sächsischen Netzwerk Music S Women* engagiert. Außerdem ist Anika Jankowski Vorstand vom Verein für Kultur- und Kreativwirtschaft "Wir gestalten Dresden" und Musikbeauftragte des Landesverbandes für Kultur- und Kreativwirtschaft.

3 Fragen an Anika

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
ich mein Wissen und meine Erfahrungen teilen möchte und ich weiß, wie wichtig Mentor:innen auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Berufsleben sind.

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Regeln sind zum Brechen da – finde deinen eigenen Weg und dann geh ihn bis zum Schluss.

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
einem stärkeren Bewusstsein, dass Musik ihren Wert hat, der auch online bezahlt werden muss.


Catharina Boutari


Foto: Inga Seevers

"I'm a creator of worlds", says Catharina Boutari about her diverse and hectic existence; She is a musician, producer and opera director. She runs her own record label, Pussy Empire Recordings, which only releases music made by women and adds music to theatre productions. She is a critical free spirit with a sparkling creativity; she is a committed creator of art. Born in Austria, Boutari combines these identities with a self-possessed verve, a skill she learned from her Egyptian father and German mother. She found her first band more or less by accident at 14, and realised all she wanted to do was make loud music. Then she focussed on pop music with loud guitars before moving towards producing current international pop that defies the norms of traditional music recording processes and eschews conventions. She became part of the music business in 1998 with her band, Uh Baby Uh before launching a solo career under the Puder moniker where she mainly played material with German lyrics. Her 2014 theatre road movie PuderZucker caused a stir when it was performed at the St Pauli Theatre. The organizers of the Reeperbahn Festival promptly invited her to perform it there. Since 2016 she's doing collaborations for her albums with musicians at home and abroad to write songs in 10-day sessions, rehearse them with other musicians and record them live in the studio at the end, with guests in the recording room. She calls the whole thing the "Puder Session Tapes". Full risk, a great experience, lots of energy. 2021 she’s hosting a european special called "Europe’s lost. An artistic takeover" with artists as Jules Maxwell | London (Dead Can Dance), Tiana Kruškić | Braunschweig (Kleopatrol), Ina West | Warsaw, Riad Abdel-Nabi | Amsterdam.

3 Fragen an Catharina

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
ich Mentor*innenprogramme unfassbar klasse finde, sie mir schon selbst als Mentee geholfen haben und ich mein Wissen und meine Expertise gezielt an Frauen weitergeben möchte.

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Musik machen und Künstler*in sein ist "all in“. Habt den Mut dazu.

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
sich gegen Kraken wie Spotify, YouTube etc. zu wehren und sie zu zwingen uns anständig am generierten Geld teilhaben zu lassen. Die deutsche Musikbranche sollte zudem endlich die eigenen Künstler*innen viel mehr wertschätzen und viel mehr featuren.


Evelyn Sieber


Foto: Svenja Mohr

Evelyn Sieber repräsentiert das Reeperbahn Festival, einen der wichtigsten Treffpunkte für die Musikindustrie weltweit und Europas größtes Clubfestival. Die jährlich stattfindende Veranstaltung in Hamburg präsentiert rund 600 Konzerte internationaler Künstler*innen vor einem Publikum von über 50.000 Fans und 5.900 Fachbesucher*innen der Musikindustrie aus 55 Ländern.

Als Head of Showcase Programme ist Evelyn für knapp die Hälfte der Konzerte verantwortlich, die von internationalen Partner*innen aus der ganzen Welt präsentiert werden. Außerdem koordiniert sie als Project Lead Reeperbahn Festival International die internationalen Aktivitäten des Reeperbahn Festivals. Im Rahmen der vom Auswärtigen Amt geförderten Initiative werden Spin-Offs in fünf Destinationen in Afrika, China und den USA präsentiert.

Bevor Evelyn 2010 zum Reeperbahn Festival kam, war sie Director of Production & Special Projects bei der WOMEX – Worldwide Music Expo. Die WOMEX mit ihren wechselnden Locations in ganz Europa ist das größte Konferenz- und Showcase-Festival der Weltmusikindustrie.

3 Fragen an Evelyn

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
ich unbedingt mehr inspirierende, tolle Frauen, trans und non- binary Menschen in der Musikindustrie begrüßen möchte, die sich von Anfang an ernst genommen, willkommen und gefördert wissen sollen.

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Haltet durch! Es lohnt sich.

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
darin den Zusammenhalt zu erhalten/erneuen, den ich an der Industrie so schätze – trotz aller Konkurrenz. Mit all den aktuellen Themen (LGBTQ, COVID, BLM…) wird es nicht langweilig werden...


Evyonne Muhuri


Foto: Gaby Spengler

Evyonne Muhuri is a music industry freelancer and cultural ambassador. As a freelancer she has worked on numerous booking and festival productions for national and international artists such as Grandmaster Flash, Theo Parrish, DJ Premier, Italians do it better and many more. She is co-founder of Makakali – a platform dedicated to strengthening transcultural interaction and exchange through art and music. 

3 Fragen an Evyonne

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
representation, diversity and equality matters.

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Try to find out what your needs are as an individual in order to know what you want on a professional level.

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
regards of representation to continue empowering women and young girls to feel welcomed in spaces they feel they don’t belong to. Looking back 5 years ago we weren’t connected as we are now and even expanded in different countries thanks to everyone at VUT for their dedication on this cause. There is a lot to be done, that’s why we love to do what we do!


Friederike Meyer

Nach einer Ausbildung zur Werbekauffrau ist Friederike seit 1998 in der Hamburger Musikbranche tätig. Bei Lado Musik (L'Age D'Or, Gold Musikverlag) als Volontärin, Verlagskauffrau und Assistentin in verschiedenen Bereichen und seit 2002 bei Buback Tonträger bzw. damals auch noch beim Sempex Musikverlag.

Seit 2006 gemeinsam mit Thorsten Seif  Geschäftsführung von Buback und hier hauptsächlich für das Label und den Tod's & Fred's Musikverlag verantwortlich. Im Jahr 2018 gemeinsam mit Vanessa Cutraro (Booking Buback) und Malte von der Lancken (Uebel & Gefährlich) das Further Festival gegründet.

3 Fragen an Friederike

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
ich die Initiative sehr unterstützenswert finde und Frauen (sowie trans- und nicht-binäre Menschen) ermutigen möchte, in der Musikbranche Fuß zu fassen. Außerdem bin ich neugierig auf die Mentees, die sicherlich in vielen Bereichen eine ganz andere (frischere?) Sicht auf die Dinge haben als ich.

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Lasst euch nicht beirren bei der Suche nach der richtigen Nische oder dem richtigen Podest, habt eure eigene Meinung und vorallem: bildet Netzwerke und tauscht euch mit anderen aus.

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
u.a. darin, weiterhin Musik abseits des Mainstreams wirtschaftlich veröffentlichen zu können bzw. die neuen Technologien so zu nutzen, dass auch für kleinere Acts noch etwas abfällt. Darin liegt aber auch eine Chance, für die nachwachsende Generation, den sog. Digital-Natives sicherlich mehr als für uns.


Meike Nolte


Foto: Barbara Klein

Meike Nolte joined Beatport in 2016 as a label manager and now heads up the Artist Services department from the company’s Berlin office. She is the main contact at Beatport for artist managers, bookers, press managers and other external partners, creating and executing creative concepts for content marketing and social media campaigns.

While completing a Master’s Thesis, Meike started her career as an intern in the promotion department at the electronic music label WMF Records. Over the next decade, she went on to oversee the promotion and marketing department at seminal techno labels M-nus and Plus 8 (working alongside Richie Hawtin), which led her to the role of Head of International Promotion and Marketing at Ellen Allien’s BPitch Control, running successful campaigns for artists such as Allien, Paul Kalkbrenner, Modeselektor, Moderat and Dillon. In 2012, Meike moved on to the streaming service WiMP/Tidal, becoming responsible for the German office as Country Manager the following year.

3 Fragen an Meike

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
es wichtig ist den Nachwuchs zu fördern, aktiv zu unterstützen und Wissen weiterzugeben.

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Seid neugierig und offen, stellt Fragen und nehmt Hilfe an!

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
darin, aktiv Diskriminierung und systematische Barrieren zu überwinden um wirklich eine Basis für Gleichberechtigung zu schaffen.


Noura Labbani


Foto: Barbara Klein

Die gebürtige Berlinerin Noura Labbani ist seit über 15 Jahren in der Musikszene tätig. Sie begann bei !K7 Records in Berlin, und arbeitete als A&R Assistant bei EMI Music, Country Manager für Deutschland bei Dailymotion und Director of Content Europe bei Beatport. Seit September 2020 ist sie Teil des  europäischen Team von Patreon als Creator Partnerships Manager für Frankreich & Belgien.

3 Fragen an Noura

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
ich u.a. am Anfang meiner Karriere selber von einer Mentorin unglaublich profitiert habe. Ich möchte meine Kenntnisse weitergeben, gerne teile ich mein Wissen und meine langjährige Erfahrung in der Musikindustrie - hoffentlich kann ich unterstützen und inspirieren. Umgekehrt bin ich gespannt und freue mich auf das, was ich von meinem Mentee lernen kann!

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Seid mutig und neugierig, unterstützt euch gegenseitig und stellt die Fragen, die ihr stellen wollt - und vergesst nicht Spaß zu haben!

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
2020 hat die Musikindustrie auf den Kopf gestellt, jetzt gilt es Chancen zu verstehen und nutzen.


Silvana Battisti

Silvana startete ihre musikalische Karriere als Sängerin und Musikerin der deutschen Band "Woog Riots". Im Jahr 2004 kuratierte sie mit einem Teil ihrer Mitmusiker einen internationalen Tribute Sampler für die Indie Ikonen "The Fall" aus Manchester. Silvana ist, neben komponieren und Live-Shows spielen, zuständig für Booking, Labelkontakte und Netzwerken ihrer Band Woog Riots. Woog Riots 3-Minuten Elektro-Pop-Songs widmen sich diversen Phänomenen aus Kultur, Pop und Politik. Diverse Tourneen durch die USA, Japan, UK und ganz Europa haben zu hervorragenden Reaktionen und ein stetiges Anwachsen ihrer Fangemeinde geführt.

"From Lo-Fi to Disco!" beschreibt nicht nur perfekt den musikalischen Stil von Woog Riots, sondern ist auch der Name ihres seit 2013 bestehenden Independent Labels, das sie mit ihrem Ehemann Marc Herbert (auch Mitglied der Woog Riots) führt. Das Label hat sich auf Electro Indie, Elektro Pop und Musik von gleichgesinnten Freunden spezialisiert.

3 Fragen an Silvana

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
Austausch, Unterstützung und Netzwerken das A und O in der Musik-Business-Welt sind.

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Haltet durch, mit kleinen Schritten kommt man auch weit!

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
der Veränderung und dem gemeinsamen Gestalten neuer Ideen, Plattformen und Spielorte.


Stefanie Schumann


Foto: Nelly Küfner

Als Quereinsteigerin aus der Mode- und Werbebranche in das Musikgeschäft, hat sich Stefanie Schumann seit 2009 voller Leidenschaft ein umfangreiches fundiertes Fachwissen erarbeitet und die Künstlermanagement sowie Booking Agentur Delicious Tunes aufgebaut. Von 2009–2012 betreute sie ein Südafrikanisches Musiklabel und verhalf diesem Zugang zum europäischen Markt. Im Januar 2012 hat Stefanie dann ihre eigene Musik Agentur Delicious Tunes gegründet. Es fing an mit Konzert und Tournee Bookings und weitete sich schnell zu Künstlermanagement aus. In 2019 erweiterte sie das Agenturportfolio mit einem Verlag und seit Anfang 2021 ist Delicious Tunes ein eingetragenes Label. Stefanies Expertise liegt in der Arbeit mit Künstlern aus Afrika und für sie ist der spannendste Aspekt die Entwicklung einer Künstlerkarriere, bei der sie Talent und Kreativität zu einem Gesamtpaket formt. Ihr Roster präsentiert starke Künstlerinnen und starke Bands mit höchster künstlerischer Qualität. Musik aus Afrika hat ihr Herz gestohlen und ihr Ziel ist es, diese Magie in die Welt zu bringen.

3 Fragen an Stefanie

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
ich Mentorship ein sehr wertvolles Tool finde und ich hatte das Glück einige tolle Mentoren an meiner Seite zu haben. Sie haben mir viel profundes Wissen beigebracht und sind auch immer noch jederzeit für mich da. Wir tauschen uns auch viel unter Kollegen aus, was im Grunde auch wie Mentorship funktioniert. Das Wissen in der Musikbranche ist sehr umfangreich, so dass man eigentlich nie auslernt. Ich finde es extremst wichtig sein Wissen auch an seine Künstler weiterzugeben, das verhindert Konflikte und Irrtümer und stärkt das Vertrauen sowie die langfristige Zusammenarbeit.

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Es ist kein leichtes Business, aber dafür gibt es viele wunderschöne Erlebnisse und wenn Deine Band auf einer Bühne steht und das Publikum vor Freude jubelt, dann weißt Du, dass es das alles wert ist.

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
dem Aufbau nach der Pandemie. Meines Erachtens gibt es nicht ausreichende und vor allem nicht genügend nachhaltige Förderungen von Künstlern. Der Gedanke dass die Förderung von Kunst und Kultur nicht wirtschaftlich sein darf, ist weder nachhaltig noch zielführend. Manchmal überkommt einem das Gefühl, Künstler sollen kreativ schaffen, aber verdienen dürfen sie dabei nichts. Während die Hochkultur wie die Klassik mit Milliarden gefördert wird, bleiben viele andere Genres auf sich selbst gestellt. Unabhängige Musikunternehmer sind davor noch mehr betroffen, wenn Sie mit ausländischen Künstlern arbeiten und sie deren Produktionen oftmals alleine finanzieren müssen, da gute Förderungsprogramme nicht existent sind.

Eine große Chance sehe ich jedoch in neuen Konzepten der digitalen Welt im Bereich von aussergewöhnlichen Streaming-Konzepten. Ein einfaches Konzert gestreamt kann niemals das Live-Erlebnis beim Konzert ersetzen, jedoch interaktive virtuelle Realities wie sie in der Gaming Industrie angewendet werden sind neuartig und haben meines Erachtens Potential auch für die Musikindustrie. Aber auch hier gilt: ohne Investitionen wird es nicht gehen.


Steffi Liebenow


Foto: Anke Phoebe Peters

Steffi Liebenow ist seit 25 Jahren in der Musikwelt tätig und arbeitet als Projektmanagerin, Marketing- und Kommunikations-Fachfrau und Artist Profiler.

Ihre ersten Jobs hatte sie in der Redaktion des Musiksenders VIVA TV und als Volontärin bei einer Jugendzeitschrift, wo sie Interviews mit vielen illustren Bands führen konnte und hierbei ihre Leidenschaft für Popmusik und Jugendkultur entwickelte. Danach wechselte sie in die Plattenbranche, startete bei Motor Music als Radio- und TV-Promoterin und übernahm die Deutschland-PR für unzählige internationale Stars und Bands wie Eminem, Muse, No Doubt, Bloodhound Gang, The Cardigans, Eels, Nelly Furtado, Limp Bizkit, Queens Of The Stone Age, Weezer oder Rammstein. Später arbeitete sie 12 Jahre lang als Senior Product Manager bei Vertigo (Universal Music) sehr eng mit Künstler*innen und Bands wie Bosse, Wanda, Mighty Oaks, Sportfreunde Stiller, Element Of Crime, Katzenjammer, Madsen, Lindsey Stirling, Marilyn Manson, Placebo, In Extremo, K.I.Z. und vielen weiteren zusammen.

Als lizenzierte Business Coach ist Steffi auch als Consultant und Mentorin für Künstler*innen tätig, mit einem starken Fokus auf kreatives, strategisches Marketing und Brand- und Image-Entwicklung. Steffi ist gewähltes Mitglied im Vorstand des Vereins zur Förderung der Popkultur e.V. In diesem Jahr übernahm sie die Projektleitung der c/o pop Convention, eine dreitägige hybride Musikkonferenz.

3 Fragen an Steffi

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
ich selber gerne auf meinem Weg ein Mentoring gehabt hätte, welches bei Erfolgen, aber auch Niederlagen unterstützt. Feedback ist superwichtig. Außerdem freue ich mich auf den Austausch mit 23 tollen, unterschiedlichen Menschen, von denen ich sicher auch noch viel lernen kann.

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Nicht zu verbissen und nichts persönlich nehmen. Es muss Spaß machen und Inspiration bringen. Alles andere stresst nur. Und: be fearless!

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
der fairen Bezahlung von allen Musiker*innen für ihr Schaffen und die zunehmende Eigenverantwortlichkeit.


Verena Bößmann


Foto: Denise Claus

Als Mitgründerin von Dunstan Music/Dunstan Media House ist die Musikbranche das Zuhause von Verena Bößmann. Sie hat also nicht auf ihre Eltern gehört, nichts Vernünftiges gelernt, aber dafür jede Menge Spaß an der Arbeit.

2011 gründete sie zusammen mit Nicolaj Gruzdov das Unternehmen noch während ihres Medienmanagement Studiums. Heute umfasst Dunstan Music diverse Tätigkeitsfelder: von Record Label über Künstlermanagement und Musikverlag bis hin zur digitalen Marketingagentur für Musik & Entertainment (Dunstan Media House). Zu ihrem Daily Business die Planung und Durchführung internationaler crossmedialer Kampagnen, Music Publishing und Verlagsadministration für externe Verlage sowie Artist Management. Darüber hinaus liegt ihr die Arbeit mit dem Branchennachwuchs am Herzen.

3 Fragen an Verena

Ich bin Mentorin bei MEWEM Deutschland, weil...
Netzwerken und gegenseitiger Support meiner Meinung nach wichtige Grundpfeiler der Independent Musikbranche sind. Gerne gebe ich etwas von den guten Erfahrungen zurück, die ich machen durfte und freue mich, wenn ich damit jemandem ein paar Schritte weiterhelfen kann.

Dem Nachwuchs der Branche möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:
Es wird immer wieder Punkte geben, an denen man strauchelt – aber bisher ist mir auch noch kein Problem begegnet, für das es keine Lösung gab!

Die größte Herausforderung und die größte Chance für die Musikwirtschaft sehe ich momentan in...
Die Musikwirtschaft steht sowohl technisch (mit fortlaufend neuen Distributions-, Kommunikations-, und Produkt-Möglichkeiten) als auch wirtschaftlich (u.a. mit der Urheberrechtsreform) voll im Wandel. Die sich daraus ergebenden vielfältigen Möglichkeiten und Stolpersteine gilt es zu überblicken, zu durchschauen und in sinnvolle Strategien zu überführen. Die größte Chance sehe ich in dieser Zeit in einem starken Austausch und Bildung von Kooperationen zwischen den einzelnen MarktteilnehmerInnen. Jeder für sich genommen kann vielleicht einen Stein ins Rollen bringen, den großen Brocken bewegt man aber leichter gemeinsam. 

Tags: Music Industry Women,

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