VERBAND UNABHÄNGIGER MUSIKUNTERNEHMEN E.V.
ACT UNITED - STAY INDEPENDENT
Musikwirtschaft15.05.2018 Autor_in: Désirée Reimer

Synch für kleine Verlage

Dieser Artikel basiert auf dem gleichnamigen Workshop von Bettina Schasse de Araujo, Service Innovation Management, InfAI - Institut für Angewandte Informatik an der Universität Leipzig und Juliane Darr, gehalten am 24.09.2015 im Rahmen der Indie Days in Hamburg. HERZLICHEN DANK!

Welche Vorteile habt Ihr als unabhängige Musikverleger in der heutigen Zeit gegenüber großen Verlagen?

  • Sofern  ihr Label und Verlag in einem seid, könnt ihr als „One Stop Agency“ alle Rechte gesammelt und schnell vergeben
  • meist territorial uneingeschränkte Rechte: Repertoire kann weltweit benutzt werden
  • die Digitalisierung bringt große Möglichkeiten, Euer Repertoire weltweit zu vermarkten
  • neue und unentdeckte und unverbrauchte Musik wird gesucht,  um sie mit neuen Dingen in Verbindung zu bringen, seltener Hits.
  • dass Ihr einen kleinen Katalog habt, diesen aber gut kennt und einschätzen könnt


Welche Nachteile haben unabhängige Musikverleger?

  • ein kleiner Katalog kann oft nicht alle Anforderungen bedienen
  • Unabhängige müssen sich selbst ins Gespräch bringen, werden seltener angefragt
  • Achtung vor internationalen Verträgen, Rechtsberatung nötig


Empfohlene Vorgehensweisen:

Vertragsgestaltung und Rechte

  • Master- und Verlagsrechte sichern, weltweit und mit wenig oder keinem Artist Consent (Einspruch oder Genehmigung des Künstlers/Urhebers in bestimmten Fällen)
  • wenn Ihr keine Masterrechte habt, müssen kurze Wege bzw. gute Kontakte zum Label vorhanden sein, um eine schnelle Klärung möglich zu machen
  • möglichst Künstler, die auch gleichzeitig die Urheber sind, unter Vertrag nehmen
  • Vertragsgestaltung möglichst transparent, einfach und nachhaltig
  • Know How des Urheberrechts ist Voraussetzung für erfolgreiche Verlagstätigkeit
  • Achtung bei Bearbeitungen, Covern, Remixen, Samples – eine Genehmigungspflicht vorher abklären!


Geeignetes Repertoire

  • Instrumental-Versionen von Songs werden oft gesucht und sollten möglichst zusätzlich vorhanden sein - Stamps (Tonspuren ohne Gesang). Schon bei Aufnahme organisieren und bereithalten!
  • bei internationalen Aufträgen ist meist Gesang in englischer Sprache erwünscht
  • Musik mit bestimmtem Wiedererkennungswert wird bevorzugt, darf das „Bild“ aber nicht dominieren


Marketing
Langversion im Mitgliederbereich

Datenorganisation

Langversion im Mitgliederbereich

Akquise

  • Music Supervisors: suchen Musik für Werbung und Film aus. Sie werden z.B. im Abspann von Serien genannt, sind auf Plattformen zu finden, schicken Briefings mit ihren Anforderungen, haben eine eigene Library und klären Rechte für Werbung und Film (siehe Links)
  • Internationale Synch Agenturen nutzen (siehe Links)
  • Kooperation mit größerem Verlag kann Eure Administration vereinfachen und Euer Netzwerk vergrößern sowie Euch an ausländische Verwertungsgesellschaften anschließen (Edition, Subverlag, Co-Verlag)
  • Bei Nachfrage eines Music Supervisors solltet Ihr zielgerichtet pitchen
  • Extrem schnell reagieren auf Nachfragen!
  • Nicht unter Wert verkaufen!! Zur Sicherheit Rat einholen!


Basics:
Was ist Score-Musik? Filmmusik, komponiert auf die Dramaturgie des Films.
Was ist Source-Musik? Lizensierte Musik, ein bestehendes Werk, dass unter Film/Werbung gelegt wird und untermalt.
Welche Rechte braucht Ihr für Synchronisations-Deals? Die Leistungsschutzrechte des Labels UND die Verlagsrechte, also die Rechte, die Euch der Urheber im Bereich Synchronisation eingeräumt hat.


Nützliche Links:
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Tags: Wirtschaft, Wie funktioniert eigentlich...,

Kategorie: Musikwirtschaft,

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