VERBAND UNABHÄNGIGER MUSIKUNTERNEHMER*INNEN E.V.
ACT UNITED - STAY INDEPENDENT
VUT21.10.2020

IMPALA Diversity & Inclusion Charter

Ziel der IMPALA-Charta ist die Förderung von Vielfalt und Inklusion in der unabhängigen Musikbranche in Europa. IMPALA definiert sich als Organisation, die durch ihre Arbeit zur Förderung der kulturellen Vielfalt und des Marktzugangs für seine Mitglieder unabhängig von Größe, Herkunft oder Art der Musik beiträgt. Nun ist es an der Zeit, darauf aufzubauen.

Die Charta ist Teil der breiter angelegten Arbeit von IMPALA hin zu mehr Diversität. Nachdem wir vor einigen Jahren mit bestimmten Aspekten begonnen haben, verfolgen wir nun einen umfassenderen und strukturierteren Ansatz auf der Grundlage der Europäischen Charta der Grundrechte.

Nicht zu diskriminieren, ist nicht genug. Wir müssen antidiskriminierend und bewusst inklusiv sein.

Die europäischen Grundrechte verbieten Diskriminierung aus Gründen des Geschlechts, der Rasse, der ethnischen Herkunft oder der Nationalität, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung, der politischen Überzeugungen sowie anderer Formen der Diskriminierung (Artikel 21 der Europäischen Charta der Grundrechte).

Als verantwortungsbewusster europäischer Akteur müssen wir erkennen, wo es Probleme gibt. Wir werden mit unseren Mitgliedern zusammenarbeiten, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Dies bedeutet, dass wir gegen direkte und indirekte Diskriminierung sowie unbewusste Voreingenommenheit vorgehen und versuchen, soziale und wirtschaftliche Ungleichgewichte zu überwinden, die auch die Vielfalt beeinflussen.

Jedes Land ist anders. Die Mitgliedschaft* von IMPALA umfasst etwa 30 europäische Länder und wächst von Jahr zu Jahr. Die ethnische Vielfalt und die unterrepräsentierten Gruppen variieren von Land zu Land in dieser vielfältigen Umgebung. Das bedeutet, dass es keine "Einheitslösung" gibt, sondern dass es ortsabhängige Schritte gibt, die von Land zu Land angewendet werden können.

Wir werden die Kraft der Stimme des Musiksektors als Katalysator für Veränderungen nutzen.

IMPALA will positive Veränderungen im Hinblick auf unsere Vielfalt. Wir glauben, dass dies der richtige Weg ist und dass die Vielfalt wachsen und unseren Sektor stärken wird.  IMPALA wird dazu beitragen, die Argumente dafür zu liefern, dass Vielfalt gut für die Wirtschaft und die Kreativität ist.

Wir werden mit unserer Stimme Bewegungen unterstützen, die sich dafür einsetzen, dies im Musiksektor, im breiteren Kultursektor und darüber hinaus zu erreichen.

IMPALA wird daran arbeiten, die Wissenslücke im Hinblick auf neue Gemeinschaften von Unternehmer*innen zu schließen.

IMPALA hat eine Stimme in der europäischen Politik – und wir werden sie nutzen.

Wir werden unsere Mitglieder in ihrer eigenen Arbeit zur Bekämpfung von Diskriminierung und Benachteiligung ermutigen und unterstützen.

Diese Charta ist unsere Vision davon, wofür wir stehen und was wir tun werden, um Veränderungen zu erreichen. Sie wird begleitet von Initiativen und Projekten, die entwickelt werden sollen, um den Wandel längerfristig nachhaltig zu gestalten – mit Zielen für fünf und zehn Jahre.

IMPALAs 12 Verpflichtungen, über die wir jährlich Bericht erstatten werden: 

  1. Allen Mitgliedern eine Umfrage mit anonymen aggregierten Ergebnissen zur Verfügung stellen, um die Vielfalt des Sektors in Europa regelmäßig zu messen. 
  2. Erfassen und Austauschen von Beispielen für bewährte Methoden in ganz Europa (lokale Kampagnen, Umfragen oder andere Projekte), die Vielfalt und Integration fördern, die regelmäßig aktualisiert werden sollen.  
  3. Ernennung von "Diversity Advocates" im IMPALA-Vorstand und in allen unserer Ausschüsse. Dies wird in jedem Ausschuss eine andere Person sein, um eine Reihe von Personen in der gesamten Organisation zum Nachdenken über Vielfalt anzuregen.   
  4. Aufstellen eines neuen Programms mit europäischen und nationalen Auszeichnungen, das Projekte oder Einzelpersonen, die sich für Vielfalt und Inklusion einsetzen, ins Rampenlicht rückt. Sowie die Würdigung von Personen mit unterschiedlichem Hintergrund bei Preisverleihungen.
  5. Umsetzung eines Outreach-Programms über die nationalen Verbände mit Organisationen vor Ort, das sicherstellt, dass IMPALA und seine Mitglieder strukturelle Hindernisse überwinden und sich diversifizieren, um langfristig strukturelle Veränderungen zu erreichen.
  6. Anbieten von Schulungen zu Vielfalt und bewusster Inklusion für Mitarbeiter*innen, Vorstand und Mitglieder zwei Mal im Jahr.  
  7. Erstellen einer Anleitung für Mitglieder zur Beseitigung von Vorurteilen und zu bewussten Inklusion bei der Einstellung von Mitarbeiter*innen, in der Werbung, bei Verträgen mit Künstler*innen, in Werbe- und anderen Maßnahmen sowie bei der Auswahl von Dienstleistern, wie z.B. PR- und Marketing-Agenturen, Berater*innen, Lieferant*innen usw. 
  8. Einsetzen für Gleichheit und Vielfalt in unseren Stellenanzeigen und (weiterhin) Vergütung unserer Praktikant*innen.
  9. Unterstützung relevanter Initiativen im Musiksektor, um die Kraft von Musik und Kultur als Katalysator für sozialen Wandel zu nutzen.
  10. Bewusstsein schaffen unter den IMPALA-Mitgliedern für EU-Fördermittel für Diversitätsprojekte und Unterstützung bei der Beantragung dieser für relevante Projekte, die Gleichheit, Vielfalt und Inklusion fördern.  
  11. Unsere Stimme in Brüssel nutzen für Themen, die wir unterstützen, und die EU ermutigen, die Führung zu übernehmen. 
  12. Offline- und Online-Medien- und Musikdienste bitten, mit uns an verschiedenen Wegen zur Förderung der Vielfalt und des Marktzugangs in Europa zu arbeiten.  


*Der VUT ist Mitglied von IMPALA sowie des IMPALA-Vorstands und hat an der Erstellung dieser Charta mitgewirkt. 

Tags: Partnerorganisationen, Europa,

Kategorie: VUT Start,

Zum Thema
BLVKK
Berlin Music Commission
CLASS
Deutscher Musikrat
Rockcity Hamburg Zentrum für Populärmusik
IMPALA
WIN worldwide independent network