VERBAND UNABHÄNGIGER MUSIKUNTERNEHMER*INNEN E.V.
ACT UNITED - STAY INDEPENDENT
Musikwirtschaft23.03.2022

Coronavirus – Wichtige Informationen für VUT-Musikunternehmer*innen

Diese Informationen werden regelmäßig aktualisiert. Stand: 23.03.2022

Die Corona-Pandemie hat erhebliche negative Konsequenzen für die gesamte Musikwirtschaft – zunächst für Musiker*innen, Veranstalter*innen und Spielstätten, aber nicht weniger auch für ihre weiteren Partner*innen und Beteiligte, wie Musikverlage, Labels, Vertriebe und andere Dienstleister*innen. Im Folgenden informieren wir Musikunternehmer*innen über aktuelle Hilfsmaßnahmen und zuständige Stellen.

Von den politischen Entscheidungsträger*innen fordert der VUT bereits am 13. März 2020 öffentlichkeitswirksam ein Auffangprogramm für die gesamte Musikwirtschaft. Hier geht es zum Pressestatement. In einer gemeinsamen Erklärung haben die zentralen Verbände der deutschen Musikwirtschaft sowie die Verwertungsgesellschaften zudem die Schäden beziffert, die sie durch die gesundheitspolitischen Maßnahmen in der Corona-Krise für einzelne Sektoren erwarten. Hier geht es zum Bericht. Am 7. April forderten VUT und der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) in einer gemeinsamen Pressemitteilung zudem die Berücksichtigung der Musikbranche bei einem zusätzlichem Corona-Hilfsprogramm für den Mittelstand. Hier geht es zur Pressemitteilung. Im Nachgang des gemeinsamen "Schadensberichtes" haben die maßgeblichen Verbände und Verwertungsgesellschaften der deutschen Musikwirtschaft eine Umfrage zur Nutzung der Hilfsmaßnahmen des Bundes und der Länder durchgeführt und forderten Anfang Mai von den entscheidenden Ministerien der Wirtschaft, Finanzen und Kultur dringend ein staatliches Hilfsprogramm für alle Sektoren der Musikwirtschaft. Die Aufstellung des Finanzbedarfs, die aus den Ergebnissen der erwähnten Umfrage hervorging, kann unter diesem Link nachgelesen werden. Inzwischen hat die Bundesregierung Anfang Juni die Eckpunkte für ihr neues Konjunkturprogramm vorgestellt. Von der Staatsministerin für Kultur und Medien wurde "rund eine Milliarde Euro" für den "NEUSTART KULTUR" versprochen, wobei 150 Millionen Euro für die Musik zur Verfügung stehen sollen. Gemeinsam mit dem Musikverbänden hat der VUT am 9. Juni eine Einschätzung zu diesen Programmen abgegeben. Nachdem im Oktober neue Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie getroffen wurden, forderte das Forum Musikwirtschaft Nachbesserungen bei der angekündigten außerordentlichen Wirtschaftshilfe sowie am 22. Januar gemeinsam mit dem Deutschen Musikrat eine Verlängerung und unkompliziertere Umsetzung der Corona-Hilfen.


Informationen und allgemeine Ansprechpartner*innen

Die VUT-Rechtsberatung durch unseren Justiziar Reinher Karl steht euch zu den gewohnten Sprechzeiten und per E-Mail verfügbar. Die Kontaktdaten findet ihr im Mitgliederbereich unter diesem Link. Allgemeine rechtliche Informationen für Musikunternehmer*innen in Bezug auf die Corona-Pandemie findet ihr auch weiter unten unter dem Punkt "Rechtliche Hinweise".

Der europäische Independent-Verband IMPALA hat eine Covid-19 Task Force ins Leben gerufen, um die Auswirkungen der aktuellen Krise auf den unabhängigen Sektor mit vereinten europäischen Kräften zu bekämpfen. Die Task Force hat einen 10-Punkte-COVID19-Krisenplan veröffentlicht: Ein Aufruf zu einer raschen und vehementen Reaktion an die EU, die Mitgliedsstaaten und den Musiksektor, einschließlich der digitalen Plattformen, Radios und Verwertungsgesellschaften, sicherzustellen, dass der Kultursektor den "Sturm" übersteht. Außerdem gibt es unter diesem Link eine Informationsseite, die neben den Programme der EU und der verschiedenen nationalen Regierungen auch über die Maßnahmen der digitalen Dienste, Verwertungsgesellschaften und des nationalen Rundfunks sowie anderer Medien berichtet. Am 29. April legte IMPALA außerdem eine "Recovery Roadmap" vor – einen Fahrplan für EU und Mitgliedsstaaten, um Investitionen, Wachstum und Arbeitsplätze in der Musik- und Kulturbranche anzukurbeln. Der Plan beinhaltet einen Zeitplan mit zehn Schritten, der mit der eigenen Konjunkturplanung der EU synchronisiert werden soll. Mehr zum Fahrplan unter diesem Link.

Informationen des Robert-Koch-Instituts findet ihr unter diesem Link.

Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 (https://www.telefonseelsorge.de/)


Bundesweite Hilfsmaßnahmen

Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen

Um die Veranstalter zu unterstützen, stellt die Bundesregierung über den Sonderfonds für Kulturveranstaltungen seit dem Sommer 2021 Mittel in Höhe von 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Der Sonderfonds wird vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) verantwortet, die auch die Umsetzung des Programms koordiniert.

Der Sonderfonds besteht aus zwei Bausteinen:

  • Einer Wirtschaftlichkeitshilfe für kleinere Veranstaltungen, die unter Beachtung Corona-bedingter Hygienebestimmungen der Länder mit reduziertem Publikum stattfinden. Diese Hilfe steht für Veranstaltungen mit bis zu 500 bzw. 2.000 Personen zur Verfügung. Durch eine Bezuschussung der Einnahmen aus Ticketverkäufen sollen die wirtschaftlichen Risiken reduziert und die Planbarkeit und Durchführbarkeit von Veranstaltungen verbessert werden. Die Wirtschaftlichkeitshilfe wurde bis 31. Dezember 2022 verlängert.
  • Der zweite Baustein ist eine Ausfallabsicherung für größere Kulturveranstaltungen. Dies betrifft Konzerte und Festivals mit über 2.000 Besucher*innen, die einen langen Planungsvorlauf benötigen. Im Falle coronabedingter Absagen, Teilabsagen oder Verschiebungen von Veranstaltungen soll ein Teil der Ausfallkosten durch den Fonds übernommen werden. Der Zeitraum, in dem freiwillige Absagen im Rahmen der Ausfallabsicherungen anerkannt werden, wurde um einen Monat verlängert. Freiwillige Absagen privater Veranstalter werden unabhängig von der geltenden Regulierungslage als „pandemiebedingt“ anerkannt. Und das für den Zeitraum vom 18.11.2021 bis 31.3.2022.

Die Registrierung für Mittel aus dem Sonderfonds ist über die Plattform unter diesem Link möglich.

Weitere Informationen

FAQ

Überbrückungshilfe

Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium haben sich auf die Verlängerung der wichtigsten Corona- Wirtschaftshilfen bis 30. Juni 2022 geeinigt. Damit erhalten Unternehmen Sicherheit und Unterstützung, wenn sie weiterhin unter coronabedingten Einschränkungen leiden.

Die bisherige Überbrückungshilfe III Plus wird im Wesentlichen als Überbrückungshilfe IV bis 30. Juni 2022 fortgeführt. Unternehmen erhalten über die Überbrückungshilfe IV weiterhin die Erstattung von Fixkosten. Zusätzlich zur Fixkostenerstattung erhalten Unternehmen im Rahmen der Überbrückungshilfe IV, die im Rahmen der Corona-Pandemie besonders schwer und von Schließungen betroffen sind, einen zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss. Auch dieses Instrument gab es bereits in der Überbrückungshilfe III und der Überbrückungshilfe III Plus und es wird jetzt in der Überbrückungshilfe IV angepasst und verbessert.

Auch Abschlagszahlungen sind für die Überbrückungshilfe IV vorgesehen.

Förderbedingungen

Die neue Überbrückungshilfe IV ist weitgehend deckungsgleich mit der laufenden Überbrückungshilfe III Plus. Grundlegende Antragsvoraussetzung ist weiterhin ein durch Corona bedingter Umsatzrückgang von 30 Prozent im Vergleich zum Referenzzeitraum 2019. Der maximale Fördersatz der förderfähigen Fixkosten beträgt 90 Prozent bei einem Umsatzrückgang von über 70 Prozent. Auch die umfassenden förderfähigen Kostenposititionen bleiben weitgehend unverändert. So können weiterhin die Kosten für Miete, Pacht, Zinsaufwendungen für Kredite, Ausgaben für Instandhaltung, Versicherungen usw. geltend gemacht werden. Kostenpositionen, wie Modernisierungs- oder Renovierungsausgaben, die seit dem Förderzeitraum November 2020 von vielen Unternehmen bereits genutzt wurden, sind künftig keine förderfähigen Kostenpositionen mehr.

Außerdem haben sich Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium darauf geeinigt, erweiterte beihilferechtliche Spielräume, die die Europäische Kommission in der letzten Woche ermöglicht hat, in der Überbrückungshilfe IV zu nutzen. Insgesamt werden die beihilferechtlichen Höchstgrenzen um 2,5 Mio. Euro erhöht. Damit sind maximal, unter Berücksichtigung aller beihilferechtliche Vorgaben, über alle Programme hinweg 54,5 Mio. Euro Förderung pro Unternehmen und Unternehmensverbund möglich. Der maximale monatliche Förderbetrag liegt weiterhin bei 10 Mio. Euro.

Zusätzlich Unterstützung durch den verbesserten Eigenkapitalzuschuss: Unternehmen, die pandemiebedingt besonders schwer von Schließungen betroffen sind, erhalten einen zusätzlichen modifizierten und verbesserten Eigenkapitalzuschuss zur Substanzstärkung.

Wenn sie durchschnittlich im Dezember 2021 und Januar 2022 einen durch Corona bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent aufweisen, können sie in der Überbrückungshilfe IV einen Zuschlag von bis zu 30 Prozent auf die Fixkostenerstattung nach Nr. 1 bis 11 des bekannten Fixkostenkatalog erhalten.

Um allen Antragstellern und prüfenden Dritten bessere Möglichkeiten zu geben, die Hilfsprogramme zu nutzen, werden mit der Verlängerung der Hilfen selbst auch die Fristen verlängert. Anträge für die laufende Überbrückungshilfe III Plus können bis zum 31. März 2022 gestellt werden und für die Einreichung der Schlussabrechnung für die bereits abgelaufenen Hilfsprogramme (Überbrückungshilfe I – III, November- und Dezemberhilfe) wird die Frist bis zum 31. Dezember 2022 verlängert.

Weitere Informationen

Neustarthilfe 2022

Mit dem Programm Neustarthilfe 2022 werden Soloselbstständige, Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, unständig Beschäftigte sowie kurz befristete Beschäftigte in den Darstellenden Künsten bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auch weiterhin unterstützt. Mit der "Neustarthilfe 2022 Zweites Quartal" können Soloselbständige bis Ende Juni 2022 weiterhin pro Monat bis zu 1.500 Euro an direkten Zuschüssen erhalten, insgesamt für den verlängerten Förderzeitraum April bis Juni 2022 also bis zu 4.500 Euro.

Weitere Informationen

Neustart Kultur 

Das Programm "Neustart Kultur" der Staatsministerin für Kultur und Medien sieht die Förderung verschiedener Bereiche von Kultur und Medien vor. Im Fokus stehen dabei vor allem Kultureinrichtungen, die überwiegend privat finanziert werden. Sie sollen in die Lage versetzt werden, erneut zu öffnen und Programme wieder aufzunehmen, um Künstler*innen und Kreativen eine Erwerbs- und Zukunftsperspektive zu bieten.

Folgende Förderprogramme im Rahmen von "Neustart Kultur" sind auf die Musikwirtschaft ausgerichtet:

  • INITIAL 2 – Stipendium für Künstlerinnen und Künstler
  • Förderung von Live-Musikveranstaltungen und überregionalen Musikfestivals
  • Stipendien für Musikerinnen und Musiker
  • Förderung von Musikclubs
  • Förderung freier Musikensembles
  • Förderung von Musikerinnen / Musikern und Musikautorinnen / Musikautoren
  • Förderung für Ensembles und Bands der aktuellen Musik
  • Förderung digitaler Strukturen im stationären Musikfachhandel
  • IMPULS - Förderung für Amateurmusik in ländlichen Räumen
  • Hilfe für „Umsonst & Draußen“-Musikfestivals aller Genres
  • Förderung pandemiebedingter Investitionen von

    • Musikaufführungsstätten

    • Musikclubs

    • Festivals

  • Hilfen für E-Musik- und Sprechtheaterverlage
  • Ergänzende Hilfen für Musikverlage
  • Stipendien für Künstlerinnen / Künstler und Förderung für Ensembles und Bands der aktuellen Musikszene
  • Stipendienprogramm "Reload" für freie Künstlergruppen
  • Modellprojekt zur Digitalisierung

Weitere Informationen

Informationen des Bundeswirtschaftsministeriums

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat verschiedene Hotlines für betroffene Unternehmen geschaltet. Die Telefonnummern und weitere Infos finden sich hier.

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert außerdem Beratungen für Corona-betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einschließlich Freiberufler*innen bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro. Die Unternehmen sollen damit in die Lage versetzt werden, Maßnahmen zu entwickeln, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu begrenzen und sich wieder wettbewerbsfähig aufzustellen. Die verbesserten Förderkonditionen für die Inanspruchnahme professioneller Beratungsleistungen gelten noch bis Ende 2022. Informationen zur Antragstellung erhaltet ihr beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Weitere Informationen

Kurzarbeitergeld

Kurzarbeitergeld hilft, Arbeitskräfte zu erhalten, auch wenn die Beschäftigten vorübergehend zu wenig Arbeit haben. Für die Zeit der Kurzarbeit ersetzt es einen Teil der Kosten des Entgelts für die Beschäftigten. Außerdem werden die Sozialversicherungsbeiträge abzüglich der Arbeitslosenversicherung von Januar bis März 2022 pauschaliert zu 50 Prozent erstattet.

Die Voraussetzungen sind, dass mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Entgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben und die Angestellten Überstunden und positive Zeitguthaben abgebaut haben (bis auf bestimmte Ausnahmen). Die genannten Voraussetzungen gelten befristet bis 30. Juni 2022.

Weitere Informationen

Grundsicherung (Arbeitslosengeld II)

Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeitslosengeld II) kann jede hilfebedürftige Person beantragen, die zu wenige oder keine Mittel hat, um den Lebensunterhalt für sich (und die eigene Familie) sicherzustellen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Person arbeitslos ist oder einer Beschäftigung nachgeht – während des Bezugs der Grundsicherung muss die Selbständigkeit also nicht aufgegeben werden und kann Arbeitslosengeld II als Notlösung hinzugezogen werden!

Die Leistungen umfassen zunächst einmal einen Regelbedarf für den persönlichen Lebensunterhalt. Außerdem können die Kosten der Unterkunft (Miete, Nebenkosten, Heizkosten) übernommen werden. Der Gesetzgeber hat aufgrund der Corona-Pandemie vorübergehend den Zugang zu diesen Leistungen vereinfacht, z. B. hinsichtlich der Vermögensprüfung. Im neu geregelten § 67 SGB II zur Grundsicherung steht, dass, nur wenn ein erhebliches Vermögen vorliegt, Grundsicherung nicht gewährt werden kann. Diejenigen, die Grundsicherung beantragen, dürfen Barmittel oder sonstige liquide Mittel (wie Girokonten, Sparbücher, Schmuck, Aktien oder Lebensversicherungen) in folgender Höhe haben: Bei der ersten Person im Haushalt sind dies 60.000 Euro und für jede weitere Person 30.000 Euro. Eine vierköpfige Familie kann demnach ein verwertbares Vermögen von 150.000 Euro haben und dennoch Grundsicherung nach der befristet geltenden Neuregelung erhalten.

Die Regelungen über den erleichterten Zugang zur Grundsicherung gelten für Bewilligungszeiträume, die bis zum 31. Dezember 2022 beginnen.

Weitere Informationen

KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen

Unternehmen, Selbstständige oder Freiberufler*innen, die durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten sind und einen Kredit benötigen, können einen KfW-Kredit erhalten, um die Liquidität zu verbessern und laufende Kosten zu decken. Den Kredit können bis 30.04.2022 bei der Bank oder Sparkasse abgeschlossen werden.

Weitere Informationen

GEMA

Hersteller von Ton- und Bildtonträgern (z. B. Musiklabels) können sich jederzeit an die Ansprechpartner*innen der Lizenzierungsabteilung wenden, sollten sie aufgrund der aktuellen Situation Schwierigkeiten hinsichtlich der GEMA-Anmelde- und Abrechnungsprozesse haben oder es bei der Begleichung von Lizenzforderungen aktuell zu Engpässen kommt.

Weitere Informationen

Für Lizenznehmer*innen ruhen für den Zeitraum, in dem sie ihren Betrieb aufgrund behördlicher Anordnungen zur Eindämmung der Pandemie-Ausbreitung schließen müssen, alle Monats-, Quartals- und Jahresverträge. Es entfallen während dieses Zeitraums die GEMA-Vergütungen. Kein*e Lizenznehmer*in soll für den Zeitraum der Schließung mit GEMA-Gebühren belastet werden. Diese Maßnahme gilt rückwirkend ab dem 16. März 2020. Update: Mit der zunehmenden Rückkehr zum öffentlichen Leben beendet die GEMA zum 31. Mai 2021 die bisher geltende Kulanzregelung der Gutschriften für Dauernutzungen. Die vertraglich vereinbarte Lizenzierung für Dauernutzungen in Form laufender Jahres-, Quartals- und Monatsverträge inklusive der damit verbunden Zahlungsverpflichtungen wird zum 1. Juni 2021 wieder regulär aufgenommen. D.h. Anträge für Gutschriften, die den Zeitraum 1. Januar bis 31. Mai 2021 betreffen, müsst ihr bis spätestens 10. Juni 2021 im Onlineportal der GEMA stellen. Danach endet die Möglichkeit, Gutschriften für das Jahr 2021 zu erhalten.

Weitere Informationen

Zudem bittet die GEMA alle Veranstalter*innen und Musiknutzer*innen um rechtzeitige Mitteilung von Veranstaltungsausfällen sowie Terminverschiebungen von Konzerten und Veranstaltungen, auf die sie schnell und flexibel reagiert. Bitte wendet euch hierzu per E-Mail an absagecorona@gema.de (Betreff: Veranstaltungsausfall Corona). Update: Für das Jahr 2020 könnt ihr nur noch bis einschließlich 14. April 2021 online im GEMA-Portal Gutschriften beantragen. Danach entfällt die Möglichkeit, Gutschriften für das zurückliegende Jahr zu erhalten. Für alle im Geschäftsjahr 2021 behördlich angeordneten betrieblichen Schließzeiten (ab 1. Januar 2021 bis auf Weiteres) müsst ihr über das GEMA-Portal einen Antrag stellen, um eine entsprechende Gutschrift zu erhalten. 

Weitere Informationen

Künstlersozialkasse

Für Versicherte:

  • Weiterhin bis zum 31.12.2022 ist ein Zuverdienst aus einer nicht künstlerischen/nicht publizistischen Tätigkeit von bis zu 1.300 Euro im Monat möglich (vorher waren dies nur 450 Euro), ohne dass der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung entfällt. Weiter Informationen unter diesem Link.
  • Lässt sich die Schätzung des gemeldeten voraussichtlichen Jahresarbeitseinkommens im laufenden Jahr nicht verwirklichen, weil zum Beispiel Aufträge storniert werden, besteht jederzeit die Möglichkeit, der KSK die geänderte Einkommenserwartung zu melden. Die Beiträge werden auf Antrag den geänderten Verhältnissen angepasst. Den Antrag findet ihr auf der KSK-Website unter diesem Link (unter "Vordrucke und Formulare").

Für abgabepflichtige Unternehmen, die voraussichtlich geringere Umsätze mit künstlerischen/publizistischen Leistungen erzielen, als dies im Vorjahr der Fall war:

  • Herabsetzung der monatlichen Vorauszahlungen: Die monatlichen Vorauszahlungen können auf Antrag reduziert werden, wenn die abgabepflichtigen Entgelte voraussichtlich deutlich geringer als im Vorjahr ausfallen.

Informationen zu arbeitsrechtlichen Auswirkungen 

Kann ich zuhause bleiben? Muss ich ins Büro, wenn die Kolleg*innen husten? Diese und andere Fragen werden in den FAQ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales beantwortet unter diesem Link.

Die Arbeitsschutzstandards des BMAS während der Pandemie (u.a. zu Themen wie Arbeitsplatzgestaltung, Sanitärräumen, Schutzabständen, Lüftung) könnt ihr außerdem unter diesem Link nachlesen. 

Quarantäne

Wer in Quarantäne gesetzt wird, dem stehen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) Entschädigungszahlungen zu. Folgende Ansprüche können je nach Einzelfall entstehen:

  • Wer in Quarantäne gesetzt wird, erhält Entschädigung für einen Verdienstausfall (§ 56 Abs. 1 IfSG).
  • Bei einer Existenzgefährdung können Mehraufwendungen bei der zuständigen Behörde beantragt werden (§ 56 Abs. 4 IfSG).
  • Selbständige, die nicht gesetzlich kranken-, renten- und pflegeversichert sind, haben Anspruch auf Erstattung ihrer Aufwendungen für soziale Sicherung in angemessenem Umfang (§ 58 IfSG).

Ansprechpartner sind die Landesdirektionen der Bundesländer.

Beratung bei Schaffung von Homeoffice-Lösungen

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Handwerksbetriebe können ab sofort finanzielle Unterstützung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erhalten, wenn sie kurzfristig Home-Office-Arbeitsplätze schaffen. Allerdings werden nur bis zu 50 Prozent der Kosten einer unterstützenden Beratung durch ein vom autorisiertes Beratungsunternehmen über das Förderprogramm „go-digital“ erstattet.

Weitere Informationen


Für freischaffende Künstler*innen

Veranstalter*innen dürfen Konzerte und ähnliche Formate (z.B. Gottesdienste mit Kirchenmusik) nach einer Risikobewertung auch ohne behördliche Anordnung absagen. Freischaffende erhalten Vergütung bzw. Ausfallhonorar entsprechend den individuellen Vertragsbedingungen. Auch mündlich oder per SMS/WhatsApp geschlossene Vereinbarungen sind wirksam. Für Honorarlehrkräfte hängt eine Vergütung von den Einzelheiten des Verwaltungsakts ab.

Konkret empfiehlt die Deutsche Orchestervereinigung (DOV):

  • Versuchen Sie, sich auf eine Verschiebung des Veranstaltungstermins zu einigen.
  • Ist dies nicht möglich, machen Sie vertraglich vereinbarte Ausfallhonorare geltend oder versuchen Sie, diese nachträglich mit dem*der Veranstalter*in auf Kulanzbasis zu vereinbaren.
  • Bewahren Sie Vertragsvereinbarungen und Absagen in schriftlicher Form zur Dokumentation auf und dokumentieren Sie die Ihnen entgangene Honorare. Dies könnte zu einem späteren Zeitpunkt zur Beantragung von Entschädigungsleistungen o.ä. nützlich werden.
  • Beim Abschluss neuer Verträge verhandeln Sie bereits jetzt über mögliche Ausfallhonorare.

Sind bereits Teilleistungen zu einem Projekt (z.B. Proben) erbracht worden, besteht der Honoraranspruch zumindest anteilig.

Tags: VUT-Aktionen, Wirtschaft, Musikbranche, Wirtschaft Mitgliederbereich,

Kategorie: Musikwirtschaft,

Zum Thema
Bayerischer Landesverbands der Kultur- und Kreativwirtschaft e.V.
Berlin Music Comission
BV Pop
CLASS
Deutscher Musikrat
Forum Musikwirtschaft
Impala
Koalition Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland
Rockcity
WIN