EU-Kommission genehmigt UMG-Übernahme von Downtown – VUT sieht Enttäuschung für Independent-Szene
13.02.2026
Die Europäische Kommission hat den umstrittenen Erwerb von Downtown Music Holdings durch die Universal Music Group (UMG) trotz intensiver Prüfung im Rahmen einer ausführlichen "Phase-II"-Untersuchung unter Auflagen genehmigt. Zu den Bedingungen gehört unter anderem der vollständige Verkauf der Royalty Accounting-Plattform Curve, um wettbewerbsrechtliche Bedenken zu adressieren.
Der europäische Dachverband der Independent-Branche IMPALA würdigt, dass der Fall außergewöhnlich gründlich geprüft wurde und strenge Auflagen erlassen wurden. Zugleich bleibt IMPALA aber kritisch: Die Entscheidung sende ein wichtiges Signal für künftige Fusionskontrollen, lasse aber Risiken für Wettbewerb und kulturelle Vielfalt bestehen.
VUT-Vorstandsvorsitzende Dr. Birte Wiemann: "Erst gestern haben die europäischen Entscheidungsträger*innen auf dem 'informal retreat' in Belgien darüber diskutiert, wie denn die europäische Wirtschaft im Angesicht US-amerikanischer und chinesischer Dominanz zu unterstützen sei. Der UMG/Downtown Fall schließt nahtlos an diese Fragestellung an. Während es auch um Dateneinsicht und Einzel-Assets geht, ist der viel entscheidendere Punkt die freie Wahl und der Marktzugang für unabhängige europäische Unternehmen jenseits multinationaler Kraken-Strukturen. Die Arbeit der EU-Kommission war beeindruckend, besonders in ihrer Gründlichkeit in der Phase II. Es ist beruhigend, dass diese Instrumente der EU greifen und funktionieren, doch das Endergebnis dieses besonderen Falles kann nichts als eine riesige Enttäuschung für alle Independents sein."
Die Entscheidung der EU-Kommission markiert einen wichtigen Punkt im Ringen um fairen Wettbewerb und unabhängige Strukturen im europäischen Musikmarkt. Der VUT und die unabhängigen Akteur*innen werden die Entwicklungen weiterhin genau verfolgen.